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Angola

  • Telse Diederichsen

Zusammenfassung

Zum Ende des Vorjahres waren die Verhandlungen um einen Waffenstillstand und eine politische Aussöhnung mit der bewaffneten Opposition UNITA (União para a Independência Total de Angola) gescheitert, nachdem der von anderen Staaten der Region zum Vermittler berufene zairische Präsident Mobutu sich nicht bereitgefunden hatte, US-amerikanische Waffenlieferungen an die UNITA via Zaire zu unterbinden, von denen das Überleben der UNITA nach dem Fortfall der südafrikanischen Unterstützung entscheidend abhing. Während die kriegerischen Auseinandersetzungen erheblich an Härte zunahmen, übernahm Portugal aufgrund seiner neutralen Position die Rolle des Vermittlers. Der die Verhandlungen leitende portugiesische Staatssekretär für Auswärtige Beziehungen, Durão Barroso, sah seine Funktion im wesentlichen darin, direkte Gespräche zwischen den Kontrahenten selbst herbeizuführen, bezog aber auch die USA entscheidend in die Bemühungen ein. Der Gesprächsfaden mit den USA konnte bei einem Besuch des portugiesischen Ministerpräsidenten A. Cavaco Silva in den USA (9.–13.1), dem ein Besuch des US-Vizeaußenministers für Afrikanische Angelegenheiten, H. Cohen, in Luanda folgte (24.–25.1.), wieder angeknüpft werden. Anläßlich der Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in Namibia (21.3.) kam es zu einem Treffen zwischen Präsident dos Santos und US-Außenminister Baker, das erste dieser Art, da die USA Angola formal die staatliche Anerkennung versagen. Baker traf anschließend UNITA-Chef Jonas Savimbi in Zaire (23.3.). Dieser traf Anfang Oktober auch mit US-Präsident Bush zusammen, wohingegen dos Santos zweimal einen bereits angekündigten Besuch in den USA wieder absagte.

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© Leske + Budrich, Opladen 1990

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  • Telse Diederichsen

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