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Senegal

  • Marianne Weiss

Zusammenfassung

Während sich zu Beginn des Jahres die Situation an der Grenze zu Mauretanien durch wiederholte Schußwechsel immer mehr zuspitzte, der Streit mit Guinea-Bissau über die Begrenzung der Hoheitsgewässer weiterging und das Verhältnis zu Gambia seit der Auflösung der Konföderation Senegambia angespannt blieb, brach im Mai mit Attentaten der Separatistenbewegung der Casamance ein weiterer ständig schwelender Konfliktherd erneut auf, der auch die Beziehungen zu Guinea-Bissau zusätzlich belastete. Außerdem übte die Opposition, der es immer wieder gelang, die unzufriedene städtische Bevölkerung zu mobilisieren, ständigen Druck auf die Regierung aus. Mit dem unerwarteten Ausscheiden des mächtigen Staatsministers Jean Collin aus seinen Regierungs- und Parteifunktionen entspannte sich das Verhältnis zwischen Regierung und Opposition vorübergehend. Zur Überbrückung der innerparteilichen Auseinandersetzungen in der PS zwischen Reformern und den weiterhin einflußreichen altgedienten Parteifunktionären wurden auf dem 12. Parteitag im Juli die Parteigremien unter Einbeziehung von Vertretern der verschiedenen Richtungen neu konstituiert. Die Bemühungen der Regierung um eine friedliche Beilegung der Konflikte mit den Nachbarstaaten brachten bis Jahresende außenpolitisch eine gewisse Beruhigung. Die Wirtschaft ließ trotz der seit Jahren durchgeführten Strukturanpassungsprogramme keinerlei Anzeichen eines Aufschwungs erkennen, obwohl Senegal, das bisher als Musterschüler des IWF gegolten hatte, umfangreiche Entwicklungshilfe erhält. Während die Weltbank Anfang des Jahres einen IDA-Kredit für ein viertes Strukturanpassungsprogramm bewilligte, blockierte der IWF die Auszahlung der dritten ESAF-Rate, da trotz einschneidender finanzpolitischer Maßnahmen die Bedingungen nicht erfüllt worden waren.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Marianne Weiss

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