Einstellungsänderungen bei Lehrerstudenten in erziehungsrelevanten Situationen

  • Burkhard Roeder

Zusammenfassung

„Wenn im Deutschunterricht die Diskussion einmal ausufert, werden Sie dann eingreifen?“

„Sind Sie der Meinung, der Lehrer müsse der Mittelpunkt im Unterricht sein?“

„Werden Sie versuchen, Fehlverhalten von Schülern mit Hilfe von Strafarbeiten zu korrigieren?“

Diese und ähnliche Fragen könnten in der Absicht gestellt werden, das Verhalten eines Lehrers zu diagnostizieren, evtl. sogar seinen Erziehungsstil zu ermitteln. Es läßt sich jedoch leicht zeigen, daß die Antworten auf solche Fragen nicht zwingend auf das tatsächliche Verhalten schließen lassen. Das gilt auch, wenn man einmal davon absieht, daß diesen Fragen immer ein gewisser Grad an Unschärfe zueigen ist, was die Beschreibung konkreter Lehrerverhaltensweisen betrifft. Es gibt Untersuchungen, die eine hohe Diskrepanz zwischen angestrebtem und realisiertem Lehrerverhalten nachweisen (z.B. Tausch, 1958). Das angestrebte Verhalten wurde zuvor in einer Befragung ermittelt. Auch aus dem täglichen Leben ist uns bekannt, daß geäußerte Absichten oder Werthaltungen nicht immer das erwartete Verhalten nach sich ziehen. Sogar Regierungen können einerseits die Energieverschwendung beklagen und andererseits den Energieverbrauch indirekt ankurbeln in der- Absicht, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze zu sichern.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bastine, R., M. Charlton, D. Grässner und W. Schwärzel: Konstruktion eines „Fragebogens zur direktiven Einstellung“ von Lehrern (FDE). Z. Entwicklungspsychol. Päd. Psychol. 1969, 1, 176–189.Google Scholar
  2. Bortz, J.: Lehrbuch der Statistik für Sozialwissenschaftler. Berlin, Heidelberg, New York 1977.Google Scholar
  3. Clauss, G. und H. Ebner: Grundlagen der Statistik für Psychologen, Pädagogen und Soziologen. Berlin (Ost) 1968.Google Scholar
  4. Cook, W.W., C.H. Leeds und R. Callis: The Minnesota Teacher Attitude Inventory. New York 1951.Google Scholar
  5. Getzels, J.W. und P.W. Jackson: The teacher’s personality and characteristics in: Gage, N.L. (ed). Handbook of research on teaching. Chicago 19654, 506-582.Google Scholar
  6. Herrmann, Th.: Lehrbuch der empirischen Persönlichkeitsforschung. Göttingen 1969.Google Scholar
  7. Lewin, K., R. Lippitt und R.K. White: Patterns of aggressive behavior in experimentally created „social climates“. J. soc. Psychol. 1939, 10, 271-299.Google Scholar
  8. Lienert, G.A.: Testaufbau und Testanalyse. Weinheim 19693.Google Scholar
  9. Nickel, H.: Psychologie des Lehrerverhaltens. Beiträge zu psychologischen Aspekten einer nicht autoritären Erziehung und Problemen eines Lehrertrainings München, Basel 1978.Google Scholar
  10. Roeder, B.: Zur Theorie des politischen Urteils Neuburgweier/Karlsruhe 1972.Google Scholar
  11. Steinhausen, D. und K. Langer: Clusteranalyse. Einführung in Methoden und Verfahren der automatischen Klasifikation Berlin, New York 1977.Google Scholar
  12. Tausch, A.: Empirische Untersuchungen über das Verhalten von Lehrern gegenüber Kindern in erziehungsschwierigen Situationen. Z. exper. angew. Psychol. 1958, 5, 127-163.Google Scholar
  13. Tausch, R. und A. Tausch: Erziehungspsychologie Göttingen 19716.Google Scholar
  14. Tausch, R. und A. Tausch: Erziehungspsychologie Göttingen 19778.Google Scholar
  15. Tuecke, M.: Taxometrische Methoden unter besonderer Berücksichtigung des Wardschen Algorithmus in: Rollett, B. & Bartram, M. (Hrsg.). Einführung in die hierarchische Clusteranalyse für Psychologen, Pädagogen und Soziologen Stuttgart 1976.Google Scholar
  16. Veldman, D.J.: Fortran programming for the behavioral sciences. New York, Chicago, Toronto, London 1967Google Scholar

Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Opladen 1979

Authors and Affiliations

  • Burkhard Roeder

There are no affiliations available

Personalised recommendations