Die Existenz von ‘Bubbles’ auf Kapitalmärkten
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Zusammenfassung
‘Bubbles’ sind keineswegs neue Erscheinungen. Aus der Geschichte der Börsen sind besonders vier historische ‘Bubbles’ bekannt, die Berühmtheit erlangt haben. Zu nennen sind in diesem Rahmen die Tulpenmanie im Holland des 17. Jahrhunderts (1634–1637), der Südsee-‘Bubble’ in England (1720) sowie der Mississippi- ‘Bubble’ in Frankreich (1719–1729).1 Außerdem wird für das zwanzigste Jahrhundert der amerikanische Börsenkrach des Jahres 1929 als Platzen eines ‘Bubbles’ diskutiert.2
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Referenzen
- 1.Vgl. Kiehling (1991), S. 11ff. und Aschinger (1991), S. 274. Garber zweifelt allerdings die Klassifikation der genannten Ereignisse als ‘Bubbles’ an, vgl. Garber (1990), S. 37.Google Scholar
- 2.Vgl. Pappoport/White (1993), S. 549ff. Diese analysieren den Börsenkrach von 1929 empirisch, wobei insbesondere die Rolle kreditfinanzierter Aktienkäufe untersucht wird. Eine um-fassende Übersicht über die Finanzkrisen der Geschichte findet sich bei Tvede (1990), S. 368ff.Google Scholar
- 3.Bereits in den sechziger Jahren wurde in volkswitschaftlichen Modellen die Existenz von ‘Bubbles’ untersucht. Dabei stand die Frage im Vordergrund, ob ‘Bubbles’ sinnvoll in die Wachstumstheorie integrierbar sind. Siehe z. B. Shell/Stiglitz (1967), S. 592ff. und Grossman/Yanagawa (1993), S. 3ff. Auch hinsichtlich der Inflationsentwicklung gab es bereits sehr frühe Ansätze zur Beschreibung von ‘Bubbles’. Siehe hierzu Cagan (1956), S. 25ff. Eine Übersicht der Theorie der ‘Bubbles’ findet sich bei Heri (1986), S. 163ff.Google Scholar
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- 13.Siehe hierzu insbesondere Allen/Gorton (1993), S. 813ff. Anstatt von agencyorientierten ‘Bubbles’ zu sprechen, kann auch der Begriff ‘Informationsbubbles’ verwendet werden. Vgl. Menkhoff/Röckmann (1994), S. 280.Google Scholar
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- 15.Vgl. dazu Muth (1961), S. 315ff. und die Ausführungen bei Buttler/Heinlein (1985), S. 489f. Intuitiv scheint zwischen der Existenz von ‘Bubbles’ und ihrer Bezeichnung als rational ein Widerspruch zu bestehen.Google Scholar
- 16.Ähnlich äußert sich auch Schulz (1993), S. 144. In diesem Zusammenhang ist der Begriff der ‘Quasi Rationalität’ von Thaler (1991), S. 5ff. und derselbe (1992), S. 1ff. zu nennen.Google Scholar
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- 21.Gruber (1988), S. 17.Google Scholar
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- 24.Vgl. Jüttner (1989), S. 474.Google Scholar
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- 26.Von der Verfolgung geeigneter Terminmarktstrategien sei hier abstrahiert.Google Scholar
- 27.Das noch darzustellende ‘Bubble’-Modell von Allen/Gorton berücksichtigt Informationsasymmetrien auf den Kapitalmärkten. Vgl. Allen/Gorton (1993), S. 813ff.Google Scholar
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- 29.Vgl. Blanchard/Rhee/Summers (1993), S. 118. Zudem können Unternehmen durch die Emission junger Aktien das gesamte Aktienangebot erhöhen und so einem ‘Bubble’ entgegenwirken. Allerdings muß zur Emission junger Aktien ein entsprechender Hauptver-sammlungsbeschluß vorliegen bzw. ein genehmigtes Kapital bestehen.Google Scholar
- 30.Grundsätzlich besteht keine Beschränkung auf den Wertpapierbereich. Auch im Bereich von Immobilien, Währungen, Rohstoffen, Kunstgegenständen etc. können ‘Bubbles’ auftreten. Im Rahmen dieser Arbeit interessieren jedoch lediglich Wertpapiere, wobei im wesentlichen auf Aktien fokussiert wird.Google Scholar
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- 33.Diese Argumentation erinnert an die Diskussion der Problematik der vorzeitigen Ausübung bei amerikanischen Puts, siehe dazu Steiner/Bruns (1994), S. 149f.Google Scholar
- 34.Vgl. West (1988b), S. 649 und Flood/Hodrick (1990), S. 89. Abweichend hierzu behauptet Weil, daß ‘Bubbles’ auch zu sinkenden Aktienkursen führen können, vgl. Weil (1990), S. 1467.Google Scholar
- 35.Eventuelle ‘Takeovers’ sind lukrativ, sobald die Summe der einzelnen Unternehmensteile den Gesamtwert der Gesellschaft übersteigt. In diesem Fall bietet sich die Zerschlagung und der anschließende separate Verkauf der einzelnen Unternehmensteile an. Vgl. Tirole (1985), S. 1092.Google Scholar
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- 40.Einfacher gestaltet sich die Bestimmung des fundamentalen Wertes z. B. bei Straight Bonds, da hier die zukünftigen Zahlungen und Termine im Bewertungszeitpunkt bereits bekannt sind. Demgegenüber ist der fundamentale Wert von Edelmetallen kaum annähernd bestimmbar. Allerdings läßt sich auch im Bereich von Aktien weiter differenzieren. Der fundamentale Wert von sog. ‘Blue Chips’ ist i. d. R. einfacher zu bestimmen als jener von Neben-bzw. Spezialwerten. Vgl. Blanchard/Watson (1982), S. 300f. Kritisch zur Bestimmbarkeit des Present Values bei Anleihen äußern sich Summers (1986), S. 600 sowie Campbell/Shiller (1987), S. 1086 und die dort in Fußnote 2 auf S. 1063 angegebene Literatur.Google Scholar
- 41.Vgl. Gruber (1988), S. 66. Neben der Kursfindungsfunktion besitzen Börsen allerdings noch weitere Aufgaben wie z. B. Risikotransfer-und die Kapitalallokationsfunktion. Vgl. Neubauer (1993), S. 69ff.Google Scholar
- 42.Das Vorgehen orientiert sich an den Darstellungen bei Blanchard (1979), S. 387ff., Blanchard/Watson (1982), S. 296ff. und Flood/Hodrick (1990), S. 87ff. und kann als Standardmethodik zur Beschreibung von ‘Bubbles’ angesehen werden. Vorläufer dieses Ansatzes ist das Hyper-inflationsmodell von Cagan (1956), S. 25ff.Google Scholar
- 43.Im Rahmen der vorzunehmenden empirischen Analyse findet sich in Abschnitt C. I. 3. a. eine Diskussion der Angemessenheit von Dividenden als geeignete Gewinnindikatoren. Eine ausführliche Darstellung und Diskussion von Dividendendiskontierungsmodellen findet sich auch bei Uhlir/Steiner (1994), S. 105ff. Vgl. auch Reilly (1992), S. 243f. und Shiller (1981b), S. 429.Google Scholar
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- 49.Vgl. z.B. Aschinger (1991), S. 271.Google Scholar
- 50.Ähnliche graphische Simulationen finden sich auch bei Aschinger (1991), S. 270ff.Google Scholar
- 51.Es bedarf folglich keiner modellexogenen Zufallsvariablen um den ‘Bubble’ neu entstehen zu lassen, wie dies bei stochastischen ‘Bubbles’ der Fall ist.Google Scholar
- 52.Vgl. Froot/Obstfeld (1991), S. 1189ff.Google Scholar
- 53.Aufgrund der Transversalitätsbedingung kann auf den Rückzahlungswert der Aktie verzichtet werden.Google Scholar
- 54.Ein Martingal beschreibt einen stochastischen Prozeß, bei dem der Ewartungswert für die nächste Periode — bei gegebenem Informationsstand — dem Wert der Vorperiode entspricht [E(xt+1 lt)= xt]. Die Erwartungswerte sind dabei — im Gegensatz zur den Kursveränderungen — unkorreliert. Vgl. hierzu LeRoy (1989), S. 1589ff. Bei Loistl (1991) S. 114f. findet sich eine umfassende Beschreibung der statistischen Eigenschaften von Martingal-Prozessen.Google Scholar
- 55.Vgl. Froot/Obstfeld (1991), S. 1192.Google Scholar
- 56.Vgl. zum KGV Perridon/Steiner (1993), S. 214.Google Scholar
- 57.Liegt keine Unsicherheit bezüglich der künftigen Dividenden vor, dann vereinfacht sich der Ausdruck zu p =. Vgl. Froot/Obstfeld (1991), S. 1192.Google Scholar
- 58.Vgl. Froot/Obstfeld (1991), S. 1192.Google Scholar
- 59.Die Konstante c gibt die Bedeutung des ‘Bubble’-Terms für die Kursbestimmung an. Ein c-Wert von Null besagt etwa, daß ein dividendenabhängiger nichtlinearer ‘Bubble’ nicht besteht.Google Scholar
- 60.Der Term ergibt sich aus dem Ausdruck. Wie hieran erkennbar ist, kann λ nur iterativ bestimmt werden.Google Scholar
- 61.Vgl. Froot/Obstfeld (1991), S. 1194.Google Scholar
- 62.Vgl. Froot/Obstfeld (1991), S. 1194. Prinzipiell läßt sich das dargestellte Modell auch mit anderen Kurseinflußkomponenten ableiten. Es könnte z. B. ein nichtlinearer Kursverlauf generiert werden, der nicht proportional auf den Spread zwischen kurz-und langfristiger Kapitalmarktverzinsung reagiert. Weitere Kurseinflußgrößen sind ebenfalls denkbar. Mögliche Kursein-flußfaktoren sind z. B. die 27 Risikofaktoren, die im BARRA-Modell zur Schätzung von Aktienrisiken verwendet werden. Vgl. hierzu Nielsen (1992), S. 228ff. und Kleeberg (1992), S. 474ff.Google Scholar
- 63.Vgl. Froot/Obstfeld (1991), S. 1193.Google Scholar
- 64.Ansonsten wäre die Anwendung des Modells bei Aktien, auf die zur Zeit keine Dividende gezahlt wird, problematisch. Darüber hinaus ergeben sich Probleme bei Unternehmungen, die Jahresfehlbeträge erwirtschaften.Google Scholar
- 65.Zur Agency-Theorie siehe Jensen/Meckling (1976), S. 305ff., Neus (1989), S. 1ff. und Kiener (1989), S. 1ff.Google Scholar
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- 67.Vgl. Allen/Gorton (1993), S. 816f.Google Scholar
- 68.In ihrem Modell unterstellen Allen/Gorton der Einfachheit halber den Tod als einzigen Grund für den Marktaustritt.Google Scholar
- 69.Siehe zu dem Begriff ‘Private Information’ Abschnitt B. I. 1.Google Scholar
- 70.Zu diesem Ergebnis gelangt man bei Verwendung eines Dividendendiskontierungsmodells, bei dem anstatt der Dividenden der zukünftige Cash Flow abgezinst wird.Google Scholar
- 71.Folglich weiß Portefeuillemanager 1 auch, daß er zuerst aus dem Markt austreten wird.Google Scholar
- 72.Je größer t ist, desto höher ist der erwartete Kurs, da die Kursentwicklung auf sich selbst erfüllenden Erwartungen beruht, vgl. Allen/Gorton (1993), S. 819.Google Scholar
- 73.Offenbar ist die Höhe des Kurses und somit des ‘Bubbles’ eine Funktion der Zeit. Siehe hierzu auch Sargent (1987), S. 358f.Google Scholar
- 74.Vgl. Allen/Gorton (1993), S. 818.Google Scholar
- 75.Vgl. Allen/Gorton (1993), S. 818.Google Scholar
- 76.Obwohl der fundamentale Wert der Aktien Null beträgt, zahlt Portefeuillemanager 2 einen darüber liegenden Preis in Höhe von K(0,1).Google Scholar
- 77.Es ist explizit darauf hinzuweisen, daß der Aktienkurs im Modell von Allen/Gorton eine Funktion der Zeit ist und deshalb K(0,4) > K(0,1) gilt.Google Scholar
- 78.Das Engagement in einer Aktie, dessen Kurs durch einen ‘Bubble’ aufgebläht ist, war für Portefeuillemanager 2 daher gewinnbringend.Google Scholar
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- 80.Diese Argumentation wird als ‘backward induction’ bezeichnet, vgl. Allen/Gorton (1993), S. 814.Google Scholar
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- 82.Angesichts der im internationalen Vergleich geringen direkten Beteiligung privater Anleger auf dem deutschen Aktienmarkt dürfte die Agency-Problematik gerade hierzulande eine gewisse Rolle spielen. Denn die indirekte Anlage in Form von Investmentfonds birgt die Gefahr bestehender Agency-Probleme.Google Scholar
- 83.Vgl. Allen/Gorton (1993), S. 822.Google Scholar
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