Bürgergesellschaft und Gemeinwohl pp 169-181 | Cite as
Individualismus und Engagement
Zusammenfassung
Sich aufopfern, einer Pflichtethik gehorchen oder den Normen des eigenen sozialen Milieus folgen: Diese Vorstellung von Motiven und Formen ehrenamtlichen Engagements ist weiterhin stark verbreitet, auch wenn solche Ehrenamtlichen in Verbänden, Kirchen und Organisationen offenkundig seltener werden. Gibt es deshalb weniger ehrenamtliches Engagement, und gibt es weniger Ehrenamtliche? Fest steht in der wissenschaftlichen Diskussion, daß sich ein Strukturwandel des Ehrenamts in der Bundesrepublik wie auch in anderen Ländern vollzieht, der hierzulande mit der Kategorie der „neuen Ehrenamtlichkeit“ beschrieben wird (vgl. Olk 1987, 1989).
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Referenzen
- 1.Dies ist im übrigen auch ein zentraler Ansatzpunkt der amerikanischen Kommu-nitarier — insbesondere von Amitai Etzioni-, was angesichts des doch eher rudimentären US-Wohlfahrtsstaates stark verwundert.Google Scholar
- 2.Die hier verwendeten SOEP-Daten sind das Ergebnis einer Auswertung, die an der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit Prof. Dr. Johannes Schwarze und Dipl-Oec. Karin Rinne für ein Gutachten der Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen vorgenommen wurde. Zentral für die Analyse freiwilligen Engagements ist folgende im SOEP gestellte Frage: Welche der folgenden Tätigkeiten üben Sie in Ihrer freien Zeit aus? Geben Sie bitte zu jeder Tätigkeit an, wie oft Sie das machen: „Ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen, Verbänden oder sozialen Diensten“; „Mithelfen, wenn bei Freunden, Verwandten oder Nachbarn etwas zu tun ist“; „Beteiligung in Bürgerinitiativen, in Parteien, in der Kommunalpolitik“, mit den Antwortmöglichkeiten:, Jede Woche“; „Jeden Monat“; „Seltener“; „Nie“. Antworten auf die mittlere Kategorie „mithelfen“ werden im folgenden nicht mitberücksichtigt, weil sich dahinter meist gegenseitige Hilfen ohne „ehrenamtlichem“ Charakter verbergen.Google Scholar