Zur Begründung und Ausgestaltung bankaufsichtsrechtlicher Normen – eine risikotheoretische Analyse

  • Michael Bitz

Zusammenfassung

Zu den Besonderheiten der Bankbetriebslehre zählt es, daß sich ihre Vertreter traditionellerweise sehr viel ausführlicher mit den für die Geschäftstätigkeit maßgeblichen Rahmendaten auseinandersetzen, als das in den meisten anderen speziellen Betriebswirtschaftslehren der Fall ist1. Dieser Befund wird verständlich, wenn man bedenkt, daß Banken in Deutschland wie auch in praktisch allen anderen Ländern seit langem branchenbezogenen Sondervorschriften unterliegen2, die zum Teil sehr weitgehend auf den geschäftspolitischen Handlungsspielraum einwirken. Um die Auswirkungen derartiger Rahmenregelungen sachgerecht beurteilen zu können, bedarf es neben dem notwendigen rechtssystematischen, -dogmatischen und -technischen Wissen sowohl praktischer Kenntnisse als auch theoretisch fundierter Analysen bankbetrieblicher Realität und bankpolitischer Gestaltungsspielräume. Es ist daher keineswegs erstaunlich, daß Vertreter der Bankbetriebslehre seit langem gemeinsam und durchaus gleichberechtigt mit Juristen die Diskussion um eine sachgerechte Ausgestaltung aufsichtsrechtlicher Rahmenregelungen führen und immer wieder maßgebliche Anstöße zu deren Fortentwicklung gegeben haben3.

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1988

Authors and Affiliations

  • Michael Bitz

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