Bevölkerungsentwicklung in Ostdeutschland pp 153-215 | Cite as
Zusammenbruch und Wende. Wanderungen
Chapter
Zusammenfassung
Im vorhergehenden DDR-Kapitel hat die Außenwanderung der DDR eine nur geringe Rolle gespielt; erstens darum, weil sie seit dem Mauerbau 1961 statistisch nicht erheblich war (jedenfalls nicht so groß, daß sie die Bevölkerungsgröße und -struktur der DDR nennenswert beeinflußt hatte), zweitens und vor allem darum, weil eine umfangreiche Außenwanderung (und das hieß vor allem: Wanderung nach der Bundesrepublik Deutschland) mit dem Wesen der DDR nicht vereinbar war.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.
Literatur
- 1).Daß die Agonie bis zum letzten Atemzug der DDR noch 11 Monate währte, ändert daran nichts.Google Scholar
- 2).Es kam also ganz anders, als Honecker und vor ihm Chruschtschow meinten. Die Mauer verschwand nicht, als die Gründe zu ihrem Bau wegfielen; ganz das Gegenteil traf zu. Die Mauer war nicht stark genug, um dem Druck auf sie dauerhaft zu widerstehen. Wolfgang Schäuble äußert sich zutreffend: “Wie listenreich die Geschichte sein kann: Als die Zahl der Übersiedler aus der DDR 1961 auf über dreißigtausend monatlich anschwoll, sah sich der Ostblock schließlich veranlaßt, die Berliner Mauer zu bauen. Als die Zahl im Herbst 1989 noch wesentlich größer war, gab dies letztlich den Ausschlag dafür, daß die Mauer wieder eingerissen wurde.” (Schäuble, Wolfgang: Der Vertrag. Wie ich über die deutsche Einheit verhandelte. DVA Stuttgart 1991, S. 65 )Google Scholar
- 3).zitiert nach: Kessler, H.-G./ J. Miermeister: Vom “Großen Knast” ins “Paradies”? DDR-Bürger in der Bundesrepublik. Lebensgeschichten. Reinbeck bei Hamburg. 1983, S. 43. Zur Rolle Chruschtschows und der UdSSR beim Bau der Berliner Mauer vgl. auch: Kwizinskij, Jurij A.: Vor dem Sturm. Erinnerungen eines Diplomaten. Wolf Jobst Siedler Verlag GmbH Berlin 1993.Google Scholar
- 10).Die Übereinstimmung der aus sehr unterschiedlicher Quelle stammenden Wanderungsdaten ist bemerkenswert. Daß die Zahlen fiir die Zeit nach 1988 z.T. erheblich voneinander abweichen, muß aber auch hervorgehoben werden. Die Wanderung seit dem 9. November 1989 nahm einen offenbar so dramatischen Verlauf, daß dem die Datenerfassung im ZER nicht mehr folgen konnte. Es kann aber davon ausgegangen werden, daß der Erfassungsfehler fiir alle Zeitpunkte, demographischen Gruppen und Territorien gleich groß gewesen ist. Demzufolge sind die ZER-Daten zur Analyse von Strukturen der Wanderung gut geeignet. Andere derart detaillierte Daten stehen ohnehin nicht zur Verfügung.Google Scholar
- 11).Wendt, Hartmut: “Die deutsch-deutschen Wanderungen” Deutschland Archiv 24/ 1991, S. 390.Google Scholar
- 12).Dorbritz, Jürgen: Bericht über die demographische Lage in Deutschland. In: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft 4/93–94, S. 442Google Scholar
- 15).Schmidt, Ines. Die West-Migration aus Berlin (Ost) - von der Übersiedlung zur Binnenwanderung. Kurzstudie für die Kommission zur Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern. Ag 11/8 “Regionalisierung”. Berlin, im September 1992, S. 3Google Scholar
- 29).Hinweise auf die Reaktion der Bevölkerung im Zusammenhang mit der ständigen Ausreise von Bürgern aus der DDR bzw. dem ungesetzlichen Verlassen der DDR. Berlin, 13. September 1989“ (Standort: Abteilung Archivbestände beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Archivsignatur MfS, ZAIG 5743)Google Scholar
- 30).Die deutsche Vereinigung. Dokumente zu Bürgerbewegung, Annäherung und Beitritt. Herausgegeben von Volker Gransow und Konrad H. Jarausch. Verlag Wissenschaft und Politik. Köln 1991, S. 58Google Scholar
- 31).Hertle, Hans-Hermann/ Stephan, Gerd-Rüdiger: Das Ende der SED. Die letzten Tage des Zentralkomitees. Mit einem Vorwort von Peter Steinbach. Berlin 1997, S 76Google Scholar
- 32).Die Zahl der Ost-West-Migranten war laut ZER-Angaben geringer als Angaben aus dem Statistischen Bundesamt zufolge. Der Umfang der Ost-West-Migration wird tatsächlich größer gewesen sein als vom ZER angegeben, weil eine Ost-West-Wanderung vom ZER erst als eine solche registriert wurde, wenn die amtliche Meldung aus den Meldeämtern der DDR angekommen war. Daß diese Meldung eine mehr oder weniger lange Zeit benötigte, war auch der Grund für permanente Präzisierung der Wanderungsstatistik. Ob und in welchem Umfange in der BRD Wanderungsfälle doppelt gezählt wurden, ist eine andere Frage.Google Scholar
- 33).Belitz-Demiritz, Hannelore/Meck, Sabine/ Brenske. Peter: Sozialdemographische Struktur und Einstellungen von DDR-Flüchtlingen/ Übersiedlern. Eine empirische Analyse der interdeutschen Migration imGoogle Scholar
- 36).Belitz-Demiritz, Hannelore/Meck, Sabine Meck/ Brenske, Peter: Sozialdemographische Struktur und Einstellungen von DDR-Flüchtlingen/ Übersiedlern. Eine empirische Analyse der innerdeutschen Migration im Zeitraum Oktober 1989 bis März 1990. In: Minderheiten und Übersiedler aus der DDR. Herausgegeben von Dieter Voigt und Lothar Mertens. Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung. Band 34. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1992, S. 29Google Scholar
- 37).Belitz-Demiritz, Hannelore/Meck, Sabine/ Brenske. Peter: Sozialdemographische Struktur und Einstellungen von DDR-Flüchtlingen/ Übersiedlern. Eine empirische Analyse der innerdeutschen Migration im Zeitraum Oktober 1989 bis März 1990. In: Minderheiten und Übersiedler aus der DDR. Herausgegeben von Dieter Voigt und Lothar Mertens. Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung. Band 34. Verlag Duncker & Humblot Berlin 1992, S. 14, 15Google Scholar
- 48).Grundmann, Siegfried: Studie. Migrationsbereitschaft und Wohnortbindung der Bevölkerung von ausgewählten Regionen des Landes Sachsen-Anhalt im November 1992. trafo verlag Berlin 1994Google Scholar
- 49).Da sich dieser Abschnitt der Studie mit den Quell-und Zielländern der Migration befaßt und Angaben zu beidem aus dem ZER nur fir die Jahre 1989, 1990 und 1990 vorliegen, werden hier nur die Jahre 1989, 1990 und 1991 zusammengefaßt.Google Scholar
Copyright information
© Leske + Budrich, Opladen 1998