Globaler Wettbewerb pp 591-614 | Cite as
Die zivile Luftfahrt: Ein Musterbeispiel für den globalen Wettbewerb
Zusammenfassung
Das markanteste Beispiel für einen global ausgerichteten Wirtschaftszweig ist die zivile Luftfahrt. Forschung und Entwicklung sind in diesem Bereich außerordentlich wichtig und teuer: Die Kosten für die Entwicklung und den Bau eines neuen Flugzeuges werden heute auf mehr als $1 Milliarde geschätzt. Um diese Investition wieder hereinzuholen, versuchen die Firmen, ihr Produkt weltweit zu vermarkten. Die Größendegression in der Fertigung ist in diesem Sektor erheblich, und in der Montage ist ein schnelles Voranschreiten auf der Lernkurve zu beobachten. Der Weltmarkt ist durch eine homogene Struktur und eine äußerst anspruchsvolle Abnehmerschaft geprägt. Die Kaufentscheidung für ein bestimmtes Modell ist für eine Fluggesellschaft von ausschlaggebender Bedeutung: Schließlich legt sich das Unternehmen damit für lange Zeit, häufig sogar für einige Jahrzehnte, auf einen Hersteller fest. Der Entscheidungsprozeß selbst ist vielschichtig und zeitraubend. Der potentielle Abnehmer prüft die verschiedenen Möglichkeiten eingehend und vergleicht sie mit den Informationen anderer Fluggesellschaften. Trotz ihrer geographischen Streubreite ist die Luftfahrtindustrie nur eine kleine Gemeinschaft. Aufgrund der gut funktionierenden Kommunikationskanäle zwischen den einzelnen Fluggesellschaften spricht sich die Leistungsfähigkeit eines Flugzeuges schnell herum. Es läßt sich daher nur dann gut verkaufen, wenn man über ein differenziertes und gut koordiniertes Marketingkonzept verfügt. Wichtig ist auch, daß der Hersteller in der Lage ist, seine Serviceleistungen weltweit, zu jeder Zeit und schnell anzubieten. Dazu bedarf es einer schlagkräftigen Kundendienstorganisation. Diese wirtschaftlichen Gründe für eine globale Strategie ließen die Zahl der „Großen“ in der Branche auf drei schrumpfen: Boeing und McDonnell Douglas in den Vereinigten Staaten und Airbus Industrie in Europa.
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Anmerkungen
- 1.The Next Commercial Jet…If“, Business Week, 12. April 1976, S. 62–68.Google Scholar
- 2.John Newhouse: „The Sporty Game“, New York, Alfred A. Knopf, 1982.Google Scholar
- 3.Die Aussagen über die Rolle Großbritanniens stützen sich in erster Linie auf Newhouse: „The Sporty Game“, S. 185–213.Google Scholar
- 4.The Economist, 28. Mai 1983, S. 10.Google Scholar
- 5.Aviation Week and Space Technology, 14. November 1983, S. 87.Google Scholar
- 6.The Economist, 28. Mai 1983, S. 7.Google Scholar