Die Liebe der Romantik zu ungleichen Schwestern

  • Anna Maria Stuby
Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (KSDL)

Zusammenfassung

Paracelsus’ Aufspaltung des Weiblichen in die Aspekte des Positiv-Rührenden (Undine) und des Negativ-Zerstörerischen (Melusine), Aspekte, die in der Ikonographie der Sirenen, Najaden und Nixen von der Antike bis ins Mittelalter untrennbar miteinander vermischt waren, leitet jenen Perspektivwandel ein, der den meisten Bearbeitungen des Stoffes durch das 19. Jahrhundert zugrundeliegt.

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Anmerkungen

  1. 40.
    Die ersten Bearbeitungen des Stoffes in der deutschen Romantik erfolgten durch Achim von Arnim, der seiner Nachdichtung der Staufenbergsage, die er 1806 für Brentanos Des Knaben Wunderhorn schrieb, nicht den Urtext, sondern Fischarts fast 250 Jahre jüngeres Werk von 1588 zugrundelegt, und durch Ludwig Tieck, der 1800 seine Sehr wundersame Historie von der Melusine nach der Vorlage Ringoltingens schuf.Google Scholar
  2. 41.
    Vgl. Matthias Vogel, a.a.O., S. 126–130 und seine differenzierten Untersuchungen der Motivverknüpfungen in einer Werkanalyse von de la Motte-Fouqués Undine,S.151ffGoogle Scholar
  3. 42.
    Im folgenden zitiere ich de la Motte-Fouqués Undine und auch Andersens Die kleine Meerjungfrau nach: Von Nixen und Brunnenfrauen. Märchen des 19. Jahrhunderts. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Henriette Beese. Frankfurt/M. 1982.Google Scholar
  4. 43.
    Vgl. Matthias Vogel, a.a.O., S. 154–155Google Scholar
  5. 44.
    Und dies alles nun“, schreibt Peter von Matt in seiner Undine-Interpretation, ”des Mannes Abkehr von Undine und seine Zuwendung zu Bertalda, das kann Fouqué überhaupt nicht erzählen. Da versagt er als Autor in der jämmerlichsten Weise. Er behauptet nur, und motiviert wird nichts, und alles müssen wir als Leser schlucken. Trotzdem überlebt das Werk. Es ist, als ob der elementare Kern die Geschichte über jedes Versagen hinwegrisse.“ (S. 232)Google Scholar
  6. 45.
    Vgl. die näheren Angaben und Bildinterpretationen bei Matthias Vogel, a.a.O., S. 185–187Google Scholar
  7. 46.
    Ingeborg Bachmann, Werke. Hrsg. von Christine Koschel, Inge von Weidenbaum und Clemens Münster, München/Zürich 1982, Bd. II, S. 253–263Google Scholar
  8. 47.
    Der Biß in die Hand hat u.a. vampirischen Charakter und verweist auf die Verknüpfung von Vampir-und Wasserfrau, auf welche ich im 5. Kapitel kurz eingehe.Google Scholar
  9. 48.
    Jean-François Lyotard, Das postmoderne Wissen. Ein Bericht. Graz - Wien 1986, S. 14Google Scholar
  10. 49.
    Ich zitiere nach der in Anmerkung 3 genannten Ausgabe von Henriette Beese.Google Scholar
  11. 50.
    Der Autor selbst bekennt in einem Brief aus dem Entstehungsjahr: “Es ist die einzige von meinen Arbeiten, die mich selbst gerührt hat, während ich sie niederschrieb.” Zit. nach Erling Nielsen (Hrsg.), Andersens Märchen. München 1979, Bd. II, S. 763Google Scholar
  12. 51.
    Die Übersetzung des Gedichts findet sich in: Der Garten der Liebe. Englische Lyrik des neunzehnten Jahrhunderts in Umdichtung von Alexander von Bernus. Heidelberg 1946, S. 32/33.Google Scholar
  13. 52.
    Vgl. die von Miriam Allott besorgte kritische Ausgabe: Keats. The Complete Poems. London 1870, S. 502Google Scholar
  14. 53.
    Bernice Slote, “La Belle Dame as Naiad”, Journal of English and Germanic Philology,1961, S. 22–30, diskutiert einige Quellen der Keats’schen Ballade, die auf eine Verwandtschaft der Zauberfee mit sirenischen und undinischen Geschöpfen schließen lassen.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1992

Authors and Affiliations

  • Anna Maria Stuby
    • 1
  1. 1.HannoverDeutschland

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