Rationalitätssicherung der Führung pp 112-121 | Cite as
Rationalitätssicherung und Unternehmensführung
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Zusammenfassung
Die Funktion des Controlling wurde von Weber/Schäffer als Rationalitätssicherung der Führung definiert. Ziel des folgenden Beitrags ist es, den Begriff der Rationalitätssicherung präzise zu fassen und die führungsbezogene Sicherungsfünktion in das — gegenüber Bach et al. in einigen Punkten weiterentwickelte bzw. veränderte — Grundmodell einer dynamischen Theorie ökonomischer Akteure einzuordnen.
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Literatur
- 407.Modelle lassen sich nach Stachowiak durch drei Merkmale charakterisieren — das Abbildungsmerkmal, das Verkürzungsmerkmal und das pragmatische Merkmal, vgl. Stachowiak (1973), S.131f.: Durch Abbildungen werden Orginalattribute den Modellattributen zugeordnet. So bilden beispielsweise Stadtpläne Straßen durch Linien zwischen Orten ab. „Modelle erfassen im allgemeinen nicht alle Attribute des durch sie repräsentierten Originals, sondern nur solche, die den jeweiligen Modellerschaffern und/oder Modellbenutzern relevant erscheinen. “ Stachowiak (1973), S.132; Aufgrund dieser Verkürzung lassen sich unterschiedliche Modelle des gleichen Originals konstruieren. Das pragmatische Merkmal bezeichnet die Beschränkung von Modellen ,,a) für bestimmte — erkennende und/oder handelnde, modellbenutzende — Subjekte, b) innerhalb bestimmter Zeitintervalle und c) unter Einschränkung auf bestimmte gedankliche oder tatsächliche Operationen. “ Stachowiak (1973), S.132.Google Scholar
- 408.Vgl. — auch im Folgenden — Bach et al. (1998), S.2ff. Die hier vorgenommene Modellierung baut auf den Gedanken von Bach et al. auf und modifiziert sie in einigen Punkten.Google Scholar
- 409.In Schäffer (2001) werden die hier skizzierten Eigenschaften mit Bezug auf die Kontrolle ausfuhrlich dargestellt und diskutiert. Entsprechend sei bei dieser einleitenden Modellierung auch weitgehend auf die Herstellung von Bezügen zur vorliegenden Literatur verzichtet.Google Scholar
- 413.Deren Handeln ist so an die Ziele dieses Akteurs gebunden. Dies gilt auch für den Ein-Akteurs-Fall. Ein Akteur kann als Mehrheit von Akteuren betrachtet werden. Vgl. dazu auch Schäffer (2001), S.174ff.Google Scholar
- 416.Vgl. dazu auch Schäffer (2001), S.65f.Google Scholar
- 418.Vgl. auch March/Simon (1993), S.190: „Because of the limits of human intellective capacities in comparison with complexities of the problems that individuals and organizations face, rational behavior calls for simplified models that capture the main features of a problem without capturing all its complexities. “Google Scholar
- 419.Vgl. Grothe (1997), S.327; Weber/Grothe/Schäffer (2000), S.241f. und Kehrmann (2000), S.31ff. So lässt sich auch die Beziehung zum Begriff der generellen Regelungen herstellen: eine Verallgemeinerung mag Effizienzvorteile erschließen. Die damit eingeleitete Spezialisierung und Standardisierung reduziert die vormals spezifische Komplexität auf ein abstraktes Muster.Google Scholar
- 420.Vgl. Weber/Brettel/Schäffer (1996), S.8 und Bach et al. (1998), S.5.Google Scholar
- 421.Vgl. Schäffer (2001), S.44f.Google Scholar
- 422.Rationalität wird in der ökonomischen Theorie fast durchgängig als Zweckrationalität definiert. Diese bemisst sich an der effektiven Mittelverwendung bei gegebenen Zwecken. Der Zweck ist andererseits in aller Regel wiederum nur ein Mittel zur Erreichung eines übergeordneten Zwecks. Letztlich gibt es für Unternehmen in unserer Gesellschaftsordnung nur einen einzigen Zweck, welcher selbst nicht auch Mittel ist, nämlich der übergeordnete Zweck der Nutzenmaximierung in der Form von Gewinn- oder Wertmaximierung, vgl. Kirchgässner (1991), S.14f. Dieser ist nur bedingt (zweckrational) begründbar und unterliegt somit einer andersgearteten Rationalität, der Wertrationalität. Diese ist gesinnungsorientiert, im Gegensatz zur effektorientierten Zweckrationalität. Vgl. z.B. Acham (1984), S.33ff und Höffe (1984), S.143f.Google Scholar
- 423.Rationalität wird immer aus einer Gemeinschaft handelnder Akteure heraus konstituiert und ist an das interne Modell dieser Akteursgemeinschaft gebunden. Somit ist sie ex definitione relativ, absolute Rationalität gibt es nicht. Vgl. Weber/Schäffer (1999b), S.734 und Weber/Schäffer/Langenbach (1999), S13ff. sowie die dort angegebene Literatur. Ferner March/Simon (1993), S.159: „From a phenomenological viewpoint we can only speak of rationality relative to a frame of reference; and this frame of reference will be determined by the limitations of the rational man’s knowledge. “Google Scholar
- 424.Diese Sicht lässt sich auf Max Weber zurückfuhren und findet sich in der betriebswirtschaftlichen Literatur bereits bei Erich Gutenberg: „An sich liegt nun das Denken in der Zweck-Mittel-Relation allem zu Grunde, und zwar nicht nur im wirtschaftlichen Leben, sondern im menschlichen Leben überhaupt. ,Unvernünftig handeln‘ heißt überhaupt unzweckmäßig handeln, heißt die Mittel nicht richtig auf den Zweck, dessen Erreichung sie dienen soll, abgestimmt haben. Welcher Art dieser Zweck sei, der zu realisieren ist, bleibt dabei ohne Belang. “ Gutenberg (1929), S.30. Vgl. auch e-benda, S.28.Google Scholar
- 426.Ganz ähnlich verwendet Grull (1921) den Begriff der Sicherung: „Zur Arbeitsplanung und Arbeitsaus fuhrung tritt als dritte Teilarbeit die Arbeitssicherung ... Das Wort ,Sicherung‘ soll dabei im umfassendsten Sinne verstanden werden. Außer Schutz gegen unmittelbare Gefahren, die der Unternehmung drohen, wollen wir hierbei auch an solche Maßnahmen denken, die, ohne durch unmittelbar gefahrbringende Umstände veranlasst zu sein, zur geordneten Durchführung gewerblicher Arbeiten notwendig sind. “Google Scholar
- 428.Vgl. ausführlich Schäffer (2001), S.45ff.Google Scholar
- 429.Flamholtz/Das/Tsui (1985), S.36. Weiter ebenda, S.36f: „The literature on control can be characterized as confusing in regard to the meaning of the construct as well as the measurement of relevant variables ... It would be readily evident from even a cursory review of the literature that there are about as many definitions of control as there are theories. “Google Scholar
- 430.Vgl. z.B. Brech (1961), S.549; Koontz/O’Donnel (1968), S.639; Filley/House (1969), S.200.Google Scholar
- 431.Vgl. Arrow (1964), S.17 und Perrow (1977), S.5ff. Auch in der deutschsprachigen Literatur findet sich ein Verständnis von Steuerung als Durchsetzung. Vgl. z.B. Hahn (1996), S.47.Google Scholar
- 432.Vgl. neben den unten genannten Autoren auch Davis (1951), S.628ff; Anthony (1965), S.17; Flamholtz (1979), S.51; Flamholtz/Das/Tsui (1985), S.35ff.; Anthony/Dearden (1992), S.3; Galloway (1994), S.46ff.; Das/Teng (1998), S.508.Google Scholar
- 434.Vgl. Merchant (1998), S.2: „Designed properly, control devices individually and collectively influence employee’s behaviors in desirable ways and, consequently, increase the probability that the organization will achieve or exceed its goals. That is, the primary function of controls is to influence behaviors in desirable ways. The benefit of the controls is the increased probability that the organization’s objectives will be achieved. “Google Scholar
- 435.Vgl. Merchant (1998), S.2.Google Scholar
- 436.Tannenbaum (1968), S.5.Google Scholar
- 437.Kreitner(1982),S.7f.Google Scholar
- 438.Vgl. Weber/Schäffer (1999a), S.205f. und dieselben (1999b), S.731ff.Google Scholar
- 439.Vgl. etwa Zettelmeyer (1984), S.155.Google Scholar
- 440.Küpper/Weber/Zünd (1990), S.290.Google Scholar
- 441.Weber/Schäffer (1999b), S.743.Google Scholar
- 442.Vgl. Weber/Schäffer/Prenzler (2001).Google Scholar
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