Die Macht der PR?
Zusammenfassung
Öffentlichkeit82 und das Produkt der Öffentlichkeit, die öffentliche Meinung, sind zentrale Termini in jedem Kommunikationsprozess. Der Begriff der öffentlichen Meinung83 bezeichnet vordergründig ein Echo auf öffentliche Ereignisse. In der vorliegenden Arbeit soll öffentliche Meinung jedoch in einem tiefer gehenden Sinne verstanden werden: Öffentliche Meinung fungiert hier als „thematischer Resonanzraum öffentlicher Kommunikation“ und „bezieht sich auf den Umfang und die Formenvielfalt publizistischer Thematisierung“, die vom PR- und Mediensystem in die Öffentlichkeit transportiert werden (Ronneberger/Rühl 1992, S. 298). Das heißt, dass Themen84 durch Meinungsführer oder „Publikationsorgane“ (Lippmann 1964) artikuliert werden und dadurch zur öffentlichen Meinung, d.h. zu „herrschenden Meinungen unter den Öffentlichkeitsakteuren“ (Neidhardt 1994, S. 7) werden. Öffentliche Meinung ist aber nicht „die bloße Summe individueller Meinungen“ (Neidhardt 1989, S. 29), sondern kann als veröffentlichte Meinung, als Einstellung und auch als herrschende Meinung — entstanden aus einer „Arenenkonsonanz“ (Neidhardt 1994, S. 7) — zu verstehen sein. Öffentliche Meinung entsteht gemäß dem „Arenenmodell der Öffentlichkeit“85 dann, wenn sich eine gewisse Übereinstimmung zwischen den Akteuren, d.h. den „Sprechern“ und „Kommunikateuren“, herstellt.
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Literatur
- 82.Siehe hierzu Kap. 3.2.2.Google Scholar
- 83.Die öffentliche Meinung im gesellschaftlichen Wandel beschreibt Ronneberger/Rühl (1992, S. 200–213). Zur Historie und Definition der öffentlichen Meinung siehe Habermas (1962, S. 104–118 u. S. 256–270) sowie Oeckl (1964, S. 328–333).Google Scholar
- 84.Themen werden hier verstanden als „symbolisch generalisierte Erwartungskomplexe zur Reduktion und Ordnung der Ereignishaftigkeit der Welt.“ Vgl. Ronneberger/Rühl (1992, S. 130).Google Scholar
- 85.Das Arenenmodell basiert auf dem Diskursmodell von Habermas und dem Spiegelmodell von Luhmann. Vgl. Neidhardt (1994) u. Kap. 3.2.2.1 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 87.Vgl. hierzu auch das „ Vier-Akteursmodell“ von Bentele/Liebert/Seeling (1997, S. 228 f.).Google Scholar
- 88.„Themen sind symbolisch generalisierte Erwartungskomplexe zur Reduktion und Ordnung der Ereignishaftigkeit der Welt.“ Im Original z.T. kursiv. Vgl. Ronneberger/Rühl (1992, S. 130).Google Scholar
- 89.Vgl. zum Verlauf von Themenkarrieren Kap. 4.4.3 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 90.Siehe Kap. 3.2.1 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 91.Vgl. Bentele (1996b). Bentele greift bei dieser Theorie auf vier vertrauenstheoretische Ansätze (Luhmann 1973; Barber 1983; Coleman 1982; 1991 und Giddens 1990) zurück, die hier jedoch nicht näher erläutert werden sollen.Google Scholar
- 92.Zitat laut Original z.T. kursiv.Google Scholar
- 93.Als Quelle definiert Baerns „schriftlich oder mündlich verbalisierte Textinformationen in der vom Informator vorgegebenen formalen und inhaltlichen Gestalt“. Vgl. Baerns (1991, S. 45).Google Scholar
- 94.Vgl. Kap. 7 u. 8.Google Scholar
- 96.Vgl. Hypothese in Kap. 3.2.1.Google Scholar
- 97.Vgl. Hypothese in Kap. 3.3.4.Google Scholar
- 98.Vgl. hierzu v.a. Kap. 4.2.3, das sich ausführlich mit den Interdependenzen zwischen PR und Journalismus beschäftigt.Google Scholar
- 99.Unter Mentalität versteht Neske die „objektiven und subjektiven Bedingungen [...], unter denen innerhalb der Medien die Informationsauswahl und -gestaltung vorgenommen wird“. Vgl. Neske (1977, S. 143).Google Scholar
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- 101.Baerns kommt in ihrer Input-Output-Studie zur Informationsleistung der Pressedienste und Agenturen zu der Erkenntnis, dass „bedeutungsändernde Informationsbearbeitungen [...] insbesondere mit dem Eintritt ins Mediensystem durch Agenturberichterstattung geschehen [...]“. Vgl. Baerns (1990, S.38).Google Scholar
- 102.Die Beschreibung der journalistischen Praxis basiert u.a. auf eigenen Praxis-Erfahrungen der Verfasserin.Google Scholar
- 103.Im Original z.T. mit Fettdruck.Google Scholar
- 104.Zur Diskussion von Überprüfungsmerkmalen und Verfahrensweisen bei Recherchen unter konstruktivistischem Blickwinkel siehe Haller (1993, bes. S. 143–148).Google Scholar
- 106.Vgl. Ergebnisdarstellung in Kap. 8.Google Scholar
- 107.Vgl. Kap. 4.2.2.Google Scholar
- 109.Ethische Aspekte in der Beziehung zwischen PR und Journalismus werden kurz angesprochen; jedoch nicht ausfuhrlich behandelt, da sie für die vorliegende Arbeit kein Untersuchungskriterium darstellen. Einen Überblick über amerikanische Studien, die das Thema Ethik berücksichtigen, bieten Belz/Talbott/Starck (1993). In Deutschland führte erstmals Becher eine empirische Studie zu e-thischen Problemen im Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit durch. Vgl. Becher (1996).Google Scholar
- 110.Vgl. hierzu auch Kepplinger (1979, bes. S. 25).Google Scholar
- 111.Erst Anfang 1995 wurde von der DPRG ein eigener Qualifizierungsrahmen zum Kommunikations-wirt/-manager PR vorgestellt.Google Scholar
- 112.Zum Thema „Medienwirklichkeit“ siehe auch Betitele (1992b, bes. S. 1017) u. Beutele (1994b, S. 249–257).Google Scholar
- 113.Zu Wahrnehmungs- und Thematisierungsdefiziten der Kommunikationswissenschaft bezüglich der PR siehe die weiteren Thesen von Beutele (1997a).Google Scholar
- 114.Bentele et al. stehen dem Begriff „Determination“ kritisch gegenüber, da damit zum einen ein „totaler“ Einfluss assoziiert werde, zum anderen Studien zur Determinationshypothese den Einfluss von Journalismus in Richtung PR abstrahieren würden. Vgl. Bentele/Liebert/Seeling (1997, S. 239).Google Scholar
- 115.Siehe auch die Studien von Rossmann, Salazar-Volkmann und Saffarnia zur „Determinationshypothese“ in Kap. 4.3 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 116.Vgl. Kap. 4.3.4.Google Scholar
- 117.Vgl. Kap. 3.3.4.Google Scholar
- 118.Im Original z.T. kursiv.Google Scholar
- 119.Ebenda.Google Scholar
- 120.Im Original z.T. kursiv.Google Scholar
- 121.Siehe Kap. 4.4.3 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 122.Siehe Kap. 4.4.2.Google Scholar
- 123.Vgl. auch Kap. 3.2.2.1 dieser Arbeit.Google Scholar
- 124.Vgl. Hypothese in Kap. 4.3.4.Google Scholar
- 125.Unter Tonalität wird hier die negative oder positive Tendenz einer Darstellung bzw. einer Berichterstattung verstanden. In Bezug auf das BMW-Fallbeispiel bezeichnet die Tonalität die wertende Kommentierung der Themen des Verkehrskonzeptes und des BMW-Engagements in den Artikeln. Vgl. Codebuch, Anhang C.Google Scholar
- 126.Ebenda.Google Scholar
- 127.Vgl. Kap. 8 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 128.Vgl. Kap. 4.2.1.1 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 129.Siehe Kap. 4.3.4.Google Scholar
- 130.Vgl. Kap. 2.2.1.Google Scholar
- 131.Vgl. Hypothesen in Kap. 4.2.3.2 und Ergebnisse in Kap. 8.Google Scholar
- 132.Die Inhaltsanalysen erfassten die Beiträge auf Artikel- und Abschnittsebene und überprüften, welche PR-Inhalte die Journalisten übernommen haben. Vgl. Salazar-Volkmann (1994, bes. S. 195).Google Scholar
- 133.Siehe Hypothese Nr. 22 der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
- 134.Es bleibt unklar, was der Autor unter Informationseinheiten versteht. Vgl. Saffarnia (1993, S. 419).Google Scholar
- 135.Vgl. Kap. 8 der vorliegenden Arbeit und Hypothese in Kap. 4.2.2, die die Aussagen aus der Journalistenbefragung auf die Ergebnisse der Input-Output-Analyse z.T. in Beziehung setzt.Google Scholar
- 137.Vgl. hierzu auch Kap. 6 der vorliegenden ArbeitGoogle Scholar
- 138.Vgl. Hypothese in Kap. 3.1.Google Scholar
- 139.Noelle-Neumann beschreibt „Agenda-Setting“ als „das Konzept der,Tagesordnungsfunktion’ der Medien“. In: Noelle-Neumann/Schulz/Wilke (1994, S. 554).Google Scholar
- 140.Vgl. McCombs/Shaw (1972, S. 176–187).Google Scholar
- 141.Im Original z.T. kursiv.Google Scholar