Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus (Habermas, Offe)
Zusammenfassung
Neben Niklas Luhmann gilt Jürgen Habermas heute als der soziologische ‚Großtheoretiker‘ in der Bundesrepublik. Beide sind einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und äußern sich regelmäßig zu gesellschaftspolitischen oder philosophischen Fragestellungen. Während jedoch Luhmann Interviews dazu nutzt, seine theoretischen Ideen direkt zu erläutern, und gelegentlich auch bei Soziologentagen auftritt (zuletzt beim 25. Deutschen Soziologentag 1990 in Frankfurt am Main), meidet Habermas die einschlägigen Großveranstaltungen der Soziologie seit Jahren. Geht man von ‚live‘-Auftritten und direkter Einmischung aus, so ist Habermas in der allgemeinen Öffentlichkeit (z.B. im sog. Historikerstreit oder bei den Debatten um die deutsche ‘Wiedervereinigung’) als Person präsenter als in der soziologischen Fachöffentlichkeit. In der Soziologie wird sein Name heute vor allem mit seiner 1981 erschienenen „Theorie des kommunikativen Handelns“ verbunden, die in einer späteren Lektion (VIII) behandelt werden soll. Dort hat er neue Schwerpunkte gesetzt, die seine bis in die 70er Jahre andauernde primär makrotheoretische Orientierung überwinden.
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Primärliteratur
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