Erwachsenenbildung: Volkshochschulen, Verbände, Initiativen, Bildungsstätten
Zusammenfassung
Erwachsenenbildung ist kein historisch gefestigter Begriff. Bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts hinein wurde eher von Volksbildung gesprochen und seit jüngster Zeit ist vor allem im Bereich von Politik und Publizistik mehr von Weiterbildung die Rede. Der Begriffswandel zeigt an, daß Erwachsenenbildung immer als eine Antwort auf jeweilige gesellschaftliche Lagen verstanden worden ist, insbesondere in Umbruchphasen und Krisensituationen. So werden ihre geschichtlichen Wurzeln in der Zeit der Aufklärung sowie in der Vormärzzeit, also in Verbindung mit den Prozessen der Demokratisierung und Industrialisierung, gesehen (vgl. Strzelewicz 1973). In der Wilhelminischen Zeit war dann die Sorge um die Bindung des Volkes an den Staat eine wichtige Antriebskraft und in der Weimarer Republik die neuartige Verantwortung des Volkes für den Staat ein maßgeblicher Legitimationsfaktor. Mit der Bezeichnung Volksbildung wurde also zugleich die soziale Komponente der Aufgabe betont, während heute mit Weiterbildung das funktionale Moment der Qualifizierung hervorgehoben wird. Demgegenüber sprechen die Autoren und Institutionen, die am personalen Charakter der Bildung festhalten wollen, weiterhin von Erwachsenenbildung.
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