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Zusammenfassung

Aus Gründen, die wir nur in beiläufigen Umrissen verstehen, haben die Strafen, die unsere Gerichte verhängen und unsere Gefängnisse vollstrecken, in den letzten zweihundert Jahren an Schwere und Schmerzhaftigkeit abgenommen. Freiheitsstrafen werden seltener verhängt, ihre Dauer ist im Durchschnitt gesunken; Verschärfungen wie Ketten, Schwerarbeit, Dunkelhaft und hartes Lager werden immer seltener, und die schwerste aller Strafen, die Todesstrafe, ist im Verschwinden. Solange diese Entwicklung anhielt, machte sich unser schlechtes Gewissen nicht sehr hörbar, denn auf absehbare Zeit brauchen wir ja ein Strafrecht und ein Strafrecht braucht Strafen. Aber wenn diese Entwicklung sich plötzlich umwendet und die Strafen schwerer werden, wie dies jetzt in den Vereinigten Staaten geschieht, dann werden wir aufmerksam, stellen Fragen, und wollen die Umkehr sowohl wie die vorangegangene Entwicklung verstehen. Diese Bemühung führt uns dann dazu, die moralischen Grundlagen des Strafrechts wieder einmal durchzudenken.

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Anmerkungen

  1. 5.
    Arthur Koestier, Reflections on Hanging, New York, Macmillan, 1957, S. 101.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Hans Zeisel

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