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Mehrheitsglück und Minderheitsherrschaft — Zu Jeremy Benthams Kritik der Menschenrechte

  • Ernst-Joachim Mestmäcker

Zusammenfassung

Die Theorie der öffentlichen Meinung, die wir Elisabeth Noelle-Neumann verdanken, ist zugleich eine Theorie gesellschaftlicher Normen. Es gehört zu den beunruhigenden Einsichten dieser Theorie, daß die öffentliche Meinung nicht als eine Summe frei gebildeter individueller Meinungen verstanden werden kann, sondern als eine immer schon vorhandene Meinung anderer — als Meinungsklima erfahren wird. Bei solcher Betrachtung kann die öffentliche Meinung zu einer Macht werden, die ihrerseits die individuelle Meinungsfreiheit bedroht. Das gilt auch in einer Gesellschaft, die der verfassungsrechtlich verbrieften Meinungsfreiheit einen hohen Rang einräumt und dadurch Minderheiten die Chance eröffnen will, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und zu bilden.

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Anmerkungen

  1. 11.
    Helmut Coing, Benthams Bedeutung für die Entwicklung der Interessenjurisprudenz und der allgemeinen Rechtslehre, Archiv für Rechts-und Sozialphilosophie (ARSP) 54 (1968), S. 69 ff.Google Scholar
  2. 19.
    A.a.O, S. 267, Zur Souveränitätslehre von Bentham vgl. J.H. Burns, Bentham on Sovereignty: An Exploration, 24 Northern Ireland Legal Quarterly 133, 146 (1973).Google Scholar
  3. 26.
    Jeremy Bentham, Plan of Parliamentary Reform, Edition Bowring, 1843, Bd. III, S. 459.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Ernst-Joachim Mestmäcker

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