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Zusammenfassung

In einer modernen Gesellschaft, deren politische Verfassung sich auf den Grundsätzen der parlamentarischen Demokratie gründet, kann die Politik nicht darauf verzichten, sich immer wieder ein Bild zu machen von den Meinungsströmungen in der Bevölkerung. Diese Bilder bietet die Demoskopie. Sie ist ein Instrument der Sozialwissenschaften, das von der Politik genutzt, aber auch mißbraucht werden kann. Selten ist ein Forschungsinstrument so überschätzt und doch gleichzeitig auch unterschätzt worden. Politiker bewerten die von der Demoskopie erhobenen Daten manchmal entweder als unumstößliche Tatsache, auf die sie sich einzustellen haben, oder aber als ignorierbare Zufallsergebnisse, denen sie keine besondere Aufmerksamkeit zu widmen brauchen. Von den Medien werden demoskopische Erhebungen zwar gerne publiziert, und dies geschieht oft immer noch ohne die für eine sinnvolle Bewertung unverzichtbaren Angaben über die Methode der Befragung, Zahl der Befragten, Erhebungszeitraum und genaue Fragenstellung. Aber ebenso gerne wird jenes instinktive Unbehagen artikuliert, wonach es Scharlatanerie sei, von einigen Tausend Befragten auf die Ansichten von Millionen Mitbürgern zu schließen.

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Anmerkungen

  1. 3.
    Noelle Neumann: Das doppelte Meinungsklima. Der Einfluß des Fernsehens im Wahlkampf 1976. In: Politische Vierteljahresschrift, Heft 2-3/1977, S. 408–451.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Helmut Kohl

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