Einleitung: Wissenschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts — Neue Herausforderungen für Wissenschaftsforschung und -politik

  • Stefan Böschen
  • Peter Wehling

Zusammenfassung

Biomedizin, Humangenetik und Embryonenforschung stehen im Zentrum einer erbittert geführten und hochgradig polarisierten politisch-ethischen Auseinandersetzung, die Risiken der „grünen Gentechnik“ werden weltweit äußerst kontrovers und offenbar ohne Aussicht auf Einigung diskutiert, der massenhafte, alltägliche Einsatz von Mobiltelefonen erweist sich genau besehen als ein gesellschaftliches Großexperiment mit elektromagnetischer Strahlung, dessen Folgen nicht absehbar sind. Die Reihe solcher Beispiele ließe sich fast beliebig verlängern; sie sind als Indizien dafür zu sehen, dass die Gesellschaft immer stärker mit den Unsicherheiten, Risiken und (möglichen) Folgen des wissenschaftlichen Wissens und seiner technischen Nutzung konfrontiert wird. Und dies gilt offenbar nicht mehr nur in ökologischer, gesundheitlicher oder wirtschaftlicher Hinsicht, sondern zunehmend auch unter ethischen und sozialen Aspekten, etwa hinsichtlich des Umgangs mit ungeborenem menschlichem Leben oder mit Krankheit und Behinderung. In dem Maße, wie die Gesellschaft zum „Labor“ wird (Krohn/Weyer 1990), fordern gleichzeitig immer mehr gesellschaftliche Gruppen oder auch einzelne Bürgerinnen und Bürger Beteiligungs- und Mitspracherechte an forschungs- und technologiepolitischen Entscheidungsprozessen. Ablesbar ist dies beispielsweise an der wachsenden Bedeutung von Formen der partizipativen Technikfolgenabschätzung (PTA) in verschiedenen europäischen Ländern (Joss/Bellucci 2002; Böschen/Viehöver/ Wehling 2003) oder an aktuellen Diskussionen um technological oder scientific citizenship (vgl. dazu den Beitrag von Böschen in diesem Buch).

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Stefan Böschen
  • Peter Wehling

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