Zusammenfassung
Die neoklassische Theorie zielt auf die optimierende Reallokation privater Güter. Umweltprobleme, der Schutz der Natur und der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen vor den zerstörerischen Auswirkungen seiner Produktionsweisen scheinen im Rahmen ihres Theoriekonzeptes zunächst nicht faßbar zu sein. Schließlich handelt es sich beim natürlichen Umgebungssystem des Menschen — Luft, Wasser, Boden, Pflanzen- und Tierwelt — in weiten Bereichen um sogenannte freie Güter, die allen Wirtschaftssubjekten zugänglich sind bzw. deren Nutzung nicht durch die Auszeichnung mit Privatrechten auf deren Eigentümer eingeschränkt ist.1 Für Naturgegenstände, deren Nutzung nicht durch Eigentumsrechte eingegrenzt und deren Nutzung nicht über individuelle Präferenzbildungen bewertet ist, gibt es weder Märkte noch (Gleichgewichts-) Preise. Die Natur so lautet die These, sei ihrer zunehmenden Zerstörung insbesondere deshalb preisgegeben, weil sie nicht durch Eigentumsrechte vor dem usurpatorisch Zugriff aller geschützt ist. So scheint es, als wiederhole sich in modernen Industriegesellschaften eine Art von mittelalterlicher Allmende-Effekt, die Zerstörung des gemeinschaftlichen Weidegrundes (der Allmende) durch Überweidung, durch die kurzsichtig orientierten Nutzungsinteressen der Gemeindemitglieder — nur jetzt im globalen Ausmaß, als Plünderung der Ressourcen des Planenten und als rücksichtslose Nutzung der Natur als Schadstoffsenke für die Abfälle des industriellen Systems.2
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