Strategische Vertriebssteuerung pp 241-252 | Cite as
Wertorientiertes Kundenportfolio-Management
Zusammenfassung
Vergleicht man den Buchwert eines Unternehmens mit seinem Marktwert, der beim Verkauf erzielt wird, so findet man eine Diskrepanz, die offensichtlich durch Vermögenswerte entsteht, die nicht in einer Bilanz aufgeführt werden. Andererseits stellt man oft verblüfft fest, dass Investitionen in die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens, zum Beispiel in Informationstechnologie oder Mitarbeiterausbildung, die Gewinn- und Verlustrechnung verschlechtern und somit den Buchwert des Unternehmens kurzfristig reduzieren. Mit anderen Worten: Die Investition zur Verbesserung oder Sicherung der Zukunft des Unternehmens schlägt sich (zunächst) in einer Schlechterstellung seines Buchwerts nieder, selbst wenn die Maßnahmen nachweislich erfolgreich waren. Die durch solche Investitionen geschaffenen Werte finden ihren Niederschlag außerhalb der Bilanz. Der Marktwert eines Unternehmens ist also die Summe seines Buchwerts plus der Summe dieser intangiblen Werte. Den Buchwert findet man auf der Passivseite der Bilanz als Summe von Eigen- und Fremdkapital. Die intangiblen Werte tauchen in der Bilanz nicht auf, sie sind in der Bilanzperspektive unsichtbar. Erst nach einem Verkauf des Unternehmens werden sie — als Goodwill zusammengefasst — auf der Aktivseite der Bilanz gebucht, also sichtbar. Da diese intangiblen Werte aber bereits vor dem Unternehmensverkauf vorhanden sind, müssten sie eigentlich auch berücksichtigt werden.
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