Zusammenfassung
Die Polizeikooperation in Europa ist keine isolierte Erscheinung, die sich ausschließlich als logische Folge der Intemationalisierung der Lebensverhältnisse erklären ließe. Sie hängt vielmehr auf vielfältige Weise mit Veränderungsprozessen und Krisenerscheinungen der Polizeiorganisationen in den Nationalstaaten zusammen. Im 1. Teil theses Buches ist gezeigt worden, daß die Europäisierung unmittelbar an Zentralisierungs- und Modemisierungsprozesse in den Nationalstaaten anknüpft. Als wesentliches Ergebnis des 2. Teils läßt sich festhalten, daß Polizeiorganisationen keine unveränderbaren Bürokratien sind. Die Polizeipolitik wird jedoch von konservativ-pragmatischen Sicherheitsallianzen bestimmt, die aus dem Mainstream der Polizeipraxis und aus politischen Kräften bestehen, die auf eine möglichst umfassende Gewährleistung von “Sicherheit” ausgerichtet sind. Im 3. Teil ist herausgearbeitet worden, daß Recht zur Steuerung der Polizeiarbeit nur bedingt geeignet ist und daß die Steuerungsfunktionen von Recht zusätzlich durch Faktoren wie seine Kompromißhaftigkeit, die Orientierung auf die Erweiterung der Polizeikompetenzen und die symbolische Demonstration politischer Handlungsentschlossenheit relativiert werden. Die Bestandsaufnahme aktueller polizeipolitischer Auseinandersetzungen im 4. Teil hat ergeben, daß Eflizienz- und Legitimationskrisen der Polizeiarbeit wie die bei der Kontrolle schwerer Kriminalität mit ökonomischem Hintergrund, häufig vorkommender Delikte and des Handels mit illegalen Drogen eine Veränderungsdynamik der Polizeipolitik auskösen.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.