Advertisement

Ausgangspunkte japanischer Sprachbetrachtung

  • Bruno Lewin
Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume G 258)

Zusammenfassung

In China, dem Reich der Mitte (chung kuo) und Zentrum der Kultur, wie es sich bis an die Schwelle der modernen Zeit stets gesehen hat, ist „Kultur“ als Bildung, und diese wiederum als Meisterung der Schreib- und Lesekunst (wen hua) — entsprechend der altgriechischen τέΧνη γϱαμματιϰή — aufgefaßt worden. Die Randvölker Chinas wurden als ungebildete Barbaren betrachtet, und die Vielfalt ihrer Sprachen wurde erst im Laufe der Geschichte zur Kenntnis genommen.28 Das gilt auch für den Inselnachbarn Japan. Doch in Japan wurde, durch koreanische Vermittlung, spätestens seit dem 5.Jahrhundert chinesisches Bildungsgut im Gewände der chinesischen Schriftsprache bekannt, und die Konfrontation mit dieser Schriftsprache ist der wohl wesentlichste Motor für eine Schärfung des japanischen Sprachbewußtseins und für die Entwicklung einer durchaus originellen und vielseitigen Sprachwissenschaft geworden. Dabei spielte die Tatsache eine ausschlaggebende Rolle, daß der agglutinierende Sprachtyp des Japanischen total vom isolierenden des Chinesischen abwich und somit die Auseinandersetzung mit der chinesischen Schriftsprache und der Versuch, sie für das Japanische zu adaptieren, eine stete Bewußtmachung der Diversität beider Sprachen sowie der Eigentümlichkeiten des Japanischen provozierte.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 25.
    Vgl. Paul Nagel, Beiträge zur Rekonstruktion der Ts’ieh-yün-Sprache auf Grund von Ch’en Li’s Ts’ieh-yün-k’au, in: T’oungPao, Ser. II, Nr. 36. Leiden 1942, S. 95–158.Google Scholar
  2. 27.
    Vgl. Gary K. Ledyard, The Korean Language Reform of 1446: The Origin, Background and Early History of the Korean Alphabet, Berkeley 1966.Google Scholar
  3. 36.
    Vgl. B. Lewin, Zur japanischen Sprache in der frühen Shōwa-Zeit, in: Oriens Extremus, 26. Jg. (1979), Heft 1/2, S. 41–42.Google Scholar
  4. 37.
    kritisch behandelt bei R. A. Miller, The Japanese Language in Contemporary Japan. Some sociolinguistic observations (AEI – Hoover Policy Studies 22). Washington 1977.Google Scholar
  5. 39.
    Vgl. Karl Florenz, Die historischen Quellen der Shinto-Religion, Göttingen u. Leipzig 1919, S. 415.Google Scholar
  6. 40.
    Vgl. R. Tsunoda, u. L. C. Goodrich, Japan in the Chinese Dynastie Histories (Perkins Asiatic Monographs No. 2), 1951, S.8f.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH Opladen 1982

Authors and Affiliations

  • Bruno Lewin
    • 1
  1. 1.BochumDeutschland

Personalised recommendations