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Plancksches Wirkungsquantum

  • Ulrich Röseberg
Part of the Reihe Mathematik und Physik book series (WTB, volume 192)

Zusammenfassung

Am 14. Dezember 1900 hielt M. Planck auf der Sitzung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft seinen berühmt gewordenen Vortrag „Zur Theorie des Gesetzes der Energieverteilung im Normalspektrum”.1) Er gab darin eine theoretische Begründung für seine wenige Wochen früher gefundene Strahlungsformel des schwarzen Körpers. Erstmalig wurde dabei die Energie nicht als kontinuierliche Größe angesehen, sondern „als zusammengesetzt aus einer ganz bestimmten Anzahl endlicher gleicher Teile“2)
$$ \varepsilon = hv $$
(1)
unterstellt. Planck bediente sich der von ihm bereits 1899 ermittelten Naturkonstanten h, deren Wert heute mit h = 6.62559 (16) • 10-27 erg s angegeben wird.3)

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Anmerkungen

  1. 1.
    M. Planck, Physikalische Abhandlungen und Vorträge, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1958, Bd. 1, S. 698–706.Google Scholar
  2. 2.
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  4. 4.
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  10. 8.
    In der Darstellung von A. Hermann macht sich für Plancks Entdeckung „der in der Entwicklung der Physik allenthalben spürbare,Sachzwang‘“geltend, der scheinbar aber die philosophischen Überzeugungen Plancks völlig un-angetastet ließ. Vgl. A. Hermann, Frühgeschichte der Quantentheorie, Physik-Verlag, Mosbach 1969, S. 24. Im Gegensatz dazu soll hier gezeigt werden, daß die (freilich unter dem Zwang seiner physikalischen Forschungsarbeiten selbst) erfolgte Abkehr Plancks vom Positivismus Machs und Ostwalds zu den Voraussetzungen seiner grundlegenden physikalischen Entdeckung gehörten.Google Scholar
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  18. 16.
    Die philosophischen Positionen Machs sind von Lenin einer gründlichen Analyse unterzogen worden. Dabei wurde auf die notwendigen Inkonsequenzen hingewiesen, zu denen ein spontan-materialistisch vorgehender Naturwissenschaftler kommen muß, wenn er subjektiv-idealistische Positionen zum Ausgangspunkt seiner philosophischen Reflexionen macht. Lenins Analyse legt die sozialökonomischen und erkenntnistheoretischen Wurzeln sowie die Funktionen des von Mach u. a. begründeten philosophischen Systems in der Klassenkampfsituation nach der Niederlage der russischen Revolution von 1905 in unübertrefflicher Weise bloß. Siehe dazu: W. I. Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus. In: W. I. Lenin, Werke, Bd. 14, Dietz Verlag, Berlin 1968.Google Scholar
  19. 16a.
    Angesichts des anhaltenden Interesses neopositivistisch orientierter Wissenschaftsphilosophie an Mach (vgl. beispielsweise: Bradley, Machs Philosophie der Naturwissenschaft, S. Hirzel-Verlag, Stuttgart 1974; R. S. Cohen, R. J. Seeger (ed.], Ernst Mach: Physicist and Philosopher, D. Reidel Publishing Company, Dordrecht Holland/Boston-USA 1970) u. a. scheint es geboten, ausgewogene dialektisch-materialistische Analysen der tatsächlichen Wirkung MACHscher Philosophie auf die Wissenschaftsentwicklung des 20. Jahrhunderts vorzulegen. Dabei stößt man erneut auf Probleme bei der Herausbildung und Entwicklung Machscher philosophischer Auffassungen. Vgl. dazu auch: F. Herneck, Über eine unveröffentlichte Selbstbiographie Ernst Machs. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität Berlin (Math.-natw. R.) 6 (1956/57) 209–220.Google Scholar
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  40. 36.
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  59. 54.
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Copyright information

© Akademie-Verlag Berlin 1978

Authors and Affiliations

  • Ulrich Röseberg
    • 1
  1. 1.Zentralinstitut für PhilosophieAkademie der Wissenschaften der DDRDeutschland

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