Neue Weltwirtschaftsordnung pp 37-55 | Cite as
Der wissenschaftlich-theoretische Streit um die Neue Weltwirtschaftsordnung: Eingliederung oder Ausgliederung der Entwicklungsländer in die/aus der Weltwirtschaft?
Zusammenfassung
In der gegenwärtigen deutschen und internationalen wissenschaftlich-theoretischen Diskussion über die NWWO lassen sich vereinfachend zwei große konkurrierende Gruppen von Wissenschaftlern und theoretischen Lehrmeinungen hervorheben: die „Integrationisten“ und die „Dissozia-tionisten ”. 61 Die Gruppe der Integrationisten kritisiert die NWWO-Forderungen der EL als einen „planwirtschaftlichen“ Angriff auf die derzeit bestehende „Weltmarktwirtschaft“ und erwartet nur über eine verstärkte Eingliederung (Integration) der EL in die Weltwirtschaft (durch eine export- und weltmarktorientierte Industrialisierung) eine Lösung der Probleme der Dritten Welt. Die Gruppe der Dissoziationisten hingegen lehnt die NWWO-Konzepte sowohl der EL als auch der Integrationisten ab, weil beide Konzepte nach ihrer Meinung letztendlich auf eine vertiefte Eingliederung der EL in die kapitalistisch dominierte Weltwirtschaft hinauslaufen und damit die historisch überkommene, kolonialistischimperialistisch bestimmte Abhängigkeit und Unterentwicklung der EL noch weiter verfestigen. Die Dissoziationisten behaupten, daß die EL nur über eine befristete Ausgliederung (Dissoziation) aus den weltwirtschaftlichen Verflechtungen und die Einleitung eines eigenständigen, binnenmarktorientierten Entwicklungsprozesses zu einer Lösung ihrer Probleme gelangen können.
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