Ausbildungs- und Arbeitserfahrungen eines „Zukunftsberufs“ im Widerstreit
Am Beispiel der Chemikantenausbildung in der Großchemie
Chapter
Zusammenfassung
Eine Zeitungsnotiz dieses Inhalts darf 1986, angesichts einer seit etwa zehn Jahren anhaltenden Ausbildungs- und Arbeitsmarktkrise, wohl mit Recht als eine bemerkenswerte Ausnahme bezeichnet werden.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.
Anmerkungen
- 7.Vgl. hierzu aus Kruse, Kühnlein, Müller, Paul-Kohlhoff: Betriebliche Lernorte aus der Sicht der Auszubildenden, Dortmund 1984.Google Scholar
- 9.Vgl. Mickler e. a.: Produktion und Qualifikation, Göttingen 1976, S. 410f.Google Scholar
- 10.Vgl. dazu die Ausführungen von Kern/Schumann. Das Ende der Arbeitsteilung? Rationalisierung in der industriellen Produktion, München 1984, S. 257 ff.Google Scholar
- 11.Projektgruppe Automation und Qualifikation, Bd. VI: Automationsarbeit: Empirische Untersuchungen, Teil 3. Das Argument: Sonderband AS 67. Berlin 1981, S. 461.Google Scholar
- 13.So erklärt einer der Auszubildenden (1986), daß es nach seinen bisherigen Erfahrungen durchaus unterschiedliche Umgangsweisen der Meßwartenfahrer in vergleichbaren Situationen gibt: während die einen „bei jeder Kleinigkeit sofort nach dem Telefon greifen“, trauen sich andere, vor allem die qualifizierten und erfahrenen Facharbeiter zu, kleinere Unregelmäßigkeiten im Produktionsverlauf nach eigenem Ermessen (und damit allerdings auch auf eigene Verantwortung, also eigenes Risiko) zu beheben.Google Scholar
- 14.Von einer Aufhebung der Arbeitsteilung zwischen Facharbeitern und ihren Vorgesetzten, wie sie Kern/Schumann (1984) gerade im Bereich Großchemie meinen festgestellt zu haben, sehen wir keinerlei Ansatzpunkte. Es sieht im Gegenteil eher so aus, als wäre der Normalfall nach wie vor durch eine recht strikte Aufgaben-und Zuständigkeitshierarchie geprägt. Der Optimismus der von Kern/Schumann vorgetragenen These vom „Ende der Arbeitsteilung“ speist sich unseres Erachtens im wesentlichen daraus, daß sie die qua Ausbildung erworbenen beruflichen Qualifikationen der jungen Facharbeiter gleichsetzen mit der praktischen Anwendung des Gelernten im Berufsalltag. Sie schließen nämlich aus der Entscheidung der großen Chemiefirmen, seit Anfang der 70er Jahre zunehmend mehr Kapazitäten für die Erst-und Erwachsenenausbildung zum Chemiefacharbeiter bereitzustellen, unmittelbar auf die Durchsetzung des „neuen Produktionskonzepts” dieser Betriebe, das auf „Funktionsverschmelzung“ und „Aufgabenintegration” ausgerichtet sei (Kern/Schumann, 1984, S.241f.)Google Scholar
- 15.Es ist auf dieser Basis zu vermuten, daß sich in dem Maße, wie Abiturienten, erst recht mit dem Angebot von Sonderausbildungsgängen, angeworben würden, quasi automatisch die Aufstiegswege für die Haupt-und Realschüler (aufgrund ihrer niedrigen schulischen Eingangsqualifikationen) verengen werden. Vgl. dazu auch Kühnlein (1986): Abiturienten in der Berufsausbildung. Ein Problem für das Duale System? In: Fricke u. a. (Hrsg.): Jahrbuch Arbeit und Technik in Nordrhein-Westfalen 1986, Bonn.Google Scholar
- 16.Zu diesem „Implementationsproblem“ bei der Installierung des neuen Facharbeiterberufs in die betrieblichen Strukturen s. Drexel/Nuber: Qualifizierung für Facharbeiter im Umbruch, Frankfurt/New York 1979 und Drexel: Belegschaftsstrukturen zwischen Veränderungsdruck und Beharrung, Frankfurt/New York 1982.Google Scholar
Copyright information
© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990