Marktpolitische und preisbildende Faktoren

  • Thomas González

Zusammenfassung

Ein Kunstwerk, sei es ein Gemälde, eine Skulptur oder ein Möbelstück, kann in vielerlei Hinsicht Wertschätzung erlangen. Für den Kunsthistoriker zählt die kunstgeschichtliche Bedeutung, für den Historiker der zeitgeschichtliche und für den Erben vielleicht der ideelle Wert. All dies ist jedoch unabhängig vom monetären Wert. Ein kunsthistorisch bedeutsames oder sehr frühes Werk kann relativ günstig gehandelt werden, wie es bei religiöser oder antiker Kunst oft der Fall ist. Zum Beispiel kostet heute eine kleine geschnitzte Heiligenfigur aus dem 18. Jahrhundert in gutem Zustand nur wenige tausend Mark. Für den gleichen Preis erhält man im Bereich der Moderne nur die Grafik eines mittelmäßig bekannten Künstlers mit einer Auflage von 250 Stück. Im ersten Fall hat man ein kunsthandwerklich hochwertiges Unikat, das schon Jahrhunderte überdauert hat, im zweiten Fall ein wenige Jahre alter, drucktechnisches Werk, von dem es noch 249 identische gibt. Ein hoch geschätztes Erbstück ist daher oft nur wenige hundert Mark wert, wie Erben häufig enttäuscht feststellen müssen, wenn sie ihre über Generationen aufbewahrten Familienschätze von einem Kunsthändler taxieren lassen. Der Preis wird im Kunstmarkt also wie in jedem anderen Markt über Angebot und Nachfrage geregelt.

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 2000

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  • Thomas González

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