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China pp 326-334 | Cite as

Zentralregierung

  • U. Mammitzsch
  • O. Weggel

Zusammenfassung

Schon in der Zeit seiner Entwicklung war für den Mandschu-Staat das chinesische Regierungssystem Vorbild und wurde in vielem nachgeahmt. Die Mandschus verfügten daher bereits vor der Eroberung Chinas über einen zentralen Regierungsapparat, der sich, abgesehen von ihrer ureigenen Schöpfung, dem Banner-System, nur unwesentlich von dem der Ming-Dynastie unterschied. Die Mandschus wurden daher Erben eines autokratischen Kaiserstaates, dessen Modell sie auch nach der Aufrichtung ihrer Herrschaft über ganz China treu blieben. Sie ließen die innere Struktur des Ming-Staates im wesentlichen unangetastet und zogen es vor, ihre Fremd- und Minderheitsherrschaft durch eine sorgfältige Personalpolitik innerhalb des bestehenden chinesischen Staatsapparates zu sichern. Die Mandschu-Herrschaft brachte daher keine dramatischen Neuerungen oder gar Umbrüche in der traditionellen kaiserlichen Regierung, wohl aber eine Durchsetzung dieser Regierung mit Mandschus und der ihnen verbundenen mongolischen und chinesischen Bannerleute. Dies wurde erreicht durch eine Doppelbesetzung der höchsten Regierungsämter durch Mandschus und Chinesen, wobei diese ihrer Sachkenntnis im bürokratisch-administrativen Bereich wegen, jene aber zur Überwachung ihrer Tätigkeit eingesetzt wurden. Militärisch wurde die innere Sicherheit durch eine Reihe strategisch günstig verteilter Garnisonen von Mandschu-Bannerleuten gewährleistet, so daß das China der Ch’ing-Zeit das Bild einer im Innern sorgfältig abgesicherten Fremdherrschaft bot — einer Fremdherrschaft, die auch dann noch hartnäckig an den bewährten Techniken und Mitteln ihrer Machtausübung festhielt, als der Einbruch der westlichen Welt nicht nur die Mandschu-Herrschaft, sondern den gesamten konfuzianischen Staat in Frage stellte.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

Authors and Affiliations

  • U. Mammitzsch
  • O. Weggel

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