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China pp 283-287 | Cite as

Strategie

  • J. Clarke

Zusammenfassung

Hauptziel der traditionellen chinesischen Militärpolitik war die Unterhaltung einer Militärmacht, die einmal stark genug war, Aufstände im Innern zu unterdrücken, andererseits aber zu schwach, um die Zentralregierung ernsthaft bedrohen zu können. Die Armee, in der eine Karriere kein gesellschaftliches Ansehen mit sich brachte, war eine Garnisonsarmee unter ziviler Kontrolle. Vor dem Opiumkrieg und dem Chinesisch-Japanischen Krieg 1894/95 schenkte man der nationalen Verteidigung gegen ausländische Angriffe wenig Aufmerksamkeit. Um das genannte militärpolitische Ziel zu erreichen, entwickelten die einzelnen Regierungen ein Kontroll- und Gleichgewichtssystem für die bewaffneten Truppen. So bildeten Mitte der Ch’ing-Zeit die Bannertruppen, die Hauptkampfmacht der Mandschus, der die regionale Verteidigung in den strategisch wichtigen Gebieten oblag, ein Gegengewicht zu den Grünen Bataillonen, vorwiegend chinesischen Truppen, die für die lokale Sicherheit verantwortlich waren, und diese selbst stellten wiederum ein Gegengewicht zu den Bannertruppen dar. Ein einheitliches Kommando wurde bewußt vermieden. Zudem bewirkten die aufgrund der geographischen Verhältnisse schwierigen Nord-Süd-Verbindungen und Pekings ständige Weigerung, Mittel für das Militär bereitzustellen, daß die traditionellen chinesischen Armeen statisch ihrer Region verhaftet waren, sich nicht für Kämpfe in großem Maßstab eigneten und kein Nationalbewußtsein entwickelten. Wie schwer diese Tatsachen wogen, zeigten die anfänglichen Schwierigkeiten, erfolgreich gegen die Taiping-Rebellen vorzugehen. Die durch den statischen Regionalismus und das gegenseitige Mißtrauen verursachten Probleme dieses Kontroll- und Gleichgewichtssystems machten noch der Nationalarmee unter Chiang Kai-shek zu schaffen.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

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  • J. Clarke

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