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China pp 240-242 | Cite as

Republik, 1912–1949

  • R. Machetzki

Zusammenfassung

Soweit die mit den Jahren 1–38 besonders datierte Zeit der Republik 1912–1949 heute bereits in historischem Zusammenhang bewertet werden kann, muß sie im wesentlichen als eine Phase der nationalen Umwandlung und der Suche nach einem neuen Weg für China gesehen werden. Sie war eine Zeit der sozialen und wirtschaftlichen Wirren und des Chaos, des politischen Machtvakuums und weitgehender Zerstörung durch innere Kriege. Sie war zugleich eine Zeit nationalen Bewußtwerdens, intellektueller Dynamik und politischer wie sozialer Neuordnungsbemühungen, die Zeit des Krieges gegen die Japaner, der bäuerlichen Massenverelendung und Leiden, des Bürgerkrieges und der nationalen Konsolidierung. Man muß sich dieser Grundtatsachen bewußt bleiben, da die Bezeichnung »Republik« allzu leicht eine irreführende Wirkung erzeugen könnte. Dieser Begriff umfaßt eine relativ aufgeschlossene, moderne Ordnung politischer Mitsprache und ein gewisses Maß an Organisation. Eine solche Mitsprache mit ihrer institutionellen Ausformung war jedoch nur rein formaler Natur und hatte kaum Gültigkeit in der geschichtlichen Realität Chinas. Die Zeit von 1912–1949 kann nur unter dem Aspekt formaler Institutionstheorie als eine geschlossene Einheit bewertet werden. Bei eingehender Betrachtung der sozio-politischen und kulturellen Wirklichkeit hingegen erweist sich die Republik nur als letzter Teil eines langfristigen, bereits in der späten Ch’ing-Dynastie nach 1840 einsetzenden Entwicklungsprozesses, der in sich selbst wiederum in mehrere verschiedene Phasen unterteilt ist.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

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  • R. Machetzki

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