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China pp 222-224 | Cite as

Raumplanung

  • J. Küchler

Zusammenfassung

Raumplanung hat die Aufgabe, die Strukturierung des Wirtschaftsraumes zu gewährleisten, mit der die materielle Reproduktion der Gesellschaft gesichert ist. Sie dient damit gleichzeitig der Absicherung und dem weiteren Ausbau bestehender Herrschaftsverhältnisse. Sie ist bestimmt von den jeweils herrschenden Produktionsverhältnissen und durch den ihnen entsprechenden Staat vermittelt. Dank der besonderen Naturbedingungen hat das chinesische Volk im Laufe seiner Geschichte reiche Erfahrungen in der planvollen kollektiven Gestaltung seines Landes gesammelt. Für das vorrevolutionäre China waren dabei folgende Aufgaben räumlicher Ordnung stets vorrangig, die wegen ihres Umfangs nur mit Hilfe einer zentral gelenkten Bürokratie gelöst werden konnten: Be- und Entwässerung der agrarischen Nutzfläche, dem entscheidenden natürlichen Produktionsmittel (große Wasserbausysteme z. B. in Szechwan und in der Nordchinesischen Tiefebene); Lokalisierung und Ausbau der Hauptstadt und der Unterzentren im Verhältnis zum Produktionsraum (Ch’ang-an, Peking, Nanking; Bau des Großen Kanals); Sicherung und Festlegung der Staatsgrenzen (Bau der Großen Mauer, Befestigung der Küsten). Nach einem Jahrhundert revolutionärer Kämpfe und anarchischer Tendenzen unter der Vorherrschaft des Imperialismus war erst mit der Gründung der VR eine planvolle Entfaltung aller Produktivkräfte möglich geworden. (An genialen Plänen, die nicht realisierbar waren, hatte es schon vorher nicht gefehlt: Es sei hier nur auf Sun Yat-sens Entwurf eines nationalen Eisenbahnnetzes von 1912 hingewiesen.)

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

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  • J. Küchler

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