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China pp 210-213 | Cite as

Parteien

  • T. Grimm

Zusammenfassung

Politische Parteien sind eine Erscheinung der modernen Welt, auch und vor allem in Ostasien und in China. Hier gibt es sie nicht vor dem ersten Jahrzehnt des 20. Jh. Als die älteste Vorstufe ist die 1894 in Honolulu gegründete »Gesellschaft zur Entwicklung Chinas« (Hsing Chung hui) unter Sun Yat-sen anzusehen, die über den »Revolutionsbund« (T’ung-meng hui, 1905) in der Frühzeit der Republik zur wichtigsten politischen Partei Chinas wurde, der »Nationalen Volkspartei« (Kuo-min tang). Vorbild für die Organisierung politischer Parteien war, wie in vielen anderen Erscheinungen des modernen Lebens in Ostasien, das Japan seit der Meiji-Restauration 1868, und dies um so mehr, als in Japan wie in China das Parteiprinzip mühsam gegen das traditionelle Harmonieprinzip gesellschaftlicher und politischer Ordnung durchgesetzt werden mußte. Die »Einheit von Fürst und Volk«, durchaus ein altes politisches Anliegen der chinesischen Gesellschaft, wurde in Ostasien eher als Folge der Herablassung des Fürsten und der Gewinnung einer auf Vertrauen beruhenden Loyalität verstanden denn als Ergebnis von mehrheitlichen Entscheidungen für und durch Parteien, die stets als Element der Spaltung, der Selbstsucht und daher der Disharmonie gesehen und somit als soziales Übel empfunden wurden. Fremd war aber auch die soziologische Begründung des Parteibegriffs als politische Interessenvertretung einer sozialen Gruppe.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

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  • T. Grimm

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