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China pp 97-103 | Cite as

Große Proletarische Kulturrevolution

  • O. Weggel

Zusammenfassung

»Proletarische Revolution« zielt nach sinokommunistischer Auffassung darauf ab, kapitalistische u. a. »Ausbeutungssysteme« an der Basis wie im Überbau zu verändern, will also nicht nur — wie die traditionelle bürgerliche Revolution — eine Ausbeuterklasse durch die andere ersetzen. Die solchermaßen lokalisierte proletarische Revolution läßt sich ihrerseits in drei Bestandteile aufgliedern, nämlich in politische (Machtergreifung), wirtschaftliche (Umwandlung der Produktionsverhältnisse) und »ideologische« (Anpassung des Überbaus an die sozialistisch gewordene Basis) Revolution. Bei der ideologischen Revolution — einem »Kampf gegen den Feind ohne Gewehr« — gelten eigene Gesetze: »Alte Ideen, alte Kultur, alte Sitten und Gebräuche« der »Ausbeuterklasse« (die »Vier Alten«), die sich seit Jahrtausenden in den Köpfen der Menschen festsetzen konnten, lassen sich nicht mit Waffengewalt bekämpfen und auch nicht durch Verwaltungsakte konfiszieren, sondern nur mit Hilfe »geistiger Kräfte« vernichten und durch die der sozialistischen Basis entsprechenden »Vier Neuen« ersetzen. Die Form, in der dieser Umwandlungsprozeß sich vollzieht, ist die Kulturrevolution. »Kultur« will dabei nicht im Sinne der deutschen Romantik, sondern des marxistischen Überbaus verstanden sein. Danach sind die politischen, juristischen, philosophischen, religiösen, künstlerischen und gesellschaftlichen (Klassenbewußtsein) Ideen ebenso vom Kulturbegriff erfaßt wie das gesamte Organisationswesen (Staat, Religionsgemeinschaften, Parteien).

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

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  • O. Weggel

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