Zusammenfassung
Das neue Buch von Sigrid Tschöpe-Scheffler erscheint genau zum richtigen Zeitpunkt. Eine hitzige öffentliche Debatte über die Krise der Bildung in den Schulen und die Krise der Erziehung in den Familien ist nun endlich auch in Deutschland ausgebrochen. Viele stehen unter dem „Pisa-Schock“, weil die deutschen Schülerinnen und Schüler so mittelmäßig im internationalen Leistungsvergleich abschnitten. Aber auch der „Erfurt-Schock“steckt allen Eltern und Pädagogen in den Gliedern und macht nur allzu deutlich, wie schwierig es heute sein kann, als junger Mensch mit den Lebensanforderungen in einer offenen Gesellschaft zurecht zu kommen. Kein Wunder, dass viele Eltern unsicher und hilflos geworden sind und nicht wissen, wie sie ihren Kindern am Besten helfen können. Die Verunsicherung drückt sich zum Teil in einem irritierten Rückzug von Müttern und Vätern aus, in dem Bemühen, nur ja keinen Fehler in der Erziehung zu machen und sich deswegen am Besten ganz herauszuhalten. Das andere Extrem ist die Kurzschlussreaktion von Gewalt in der Erziehung der Kinder. Aus völliger Überforderung, nervlicher Überbeanspruchung und absoluter Ratlosigkeit werden Kinder geschlagen oder psychisch malträtiert. So groß wie heute war der Unterstützungsbedarf von Eltern (und auch von Berufspädagoginnen und -pädagogen!) wohl noch nie.