Zusammenfassung

In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen der vorliegenden empirischen Untersuchung spezifiziert. Damit werden die Grundlagen für die Darlegung der empirischen Befunde geschaffen (siehe Kapitel B.3 bis B.6). Zunächst wird der methodologische Standpunkt der Arbeit (Abschnitt 2.1) dargestellt, bevor das Forschungsvorgehen (Abschnitt 2.2) mit Fallauswahl, Datengewinnung und Auswertung der empirischen Daten behandelt wird.

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Notes

  1. 51.
    Walgenbach (1994: 97) weist darauf hin, dass es irreführend wäre, den Begriff „interpretativ“ nur zur Charakterisierung von qualitativen Methoden zu gebrauchen. Vielmehr besteht auch in der quantitativen Forschung ein interpretatorisches Moment. Mit Küchler (1983: 11) ist festzuhalten, dass in den Sozialwissenschaften der Forschungsprozess unabhängig von den eingesetzten Verfahren ab einem bestimmten Zeitpunkt als eine (Re-)Konstruktion des Forschers zu begreifen ist. Der Forscher und seine Konstruktionen sind nicht unabhängig von der ihn umgebenden Realität. Dieses Faktum, das auch für quantitative Analysen gilt, betont auch Kieser (1998: 53): „Aber auch in den Fällen, in denen Methoden nach dem Stand der Wissenschaft auf das Gewissenhafteste angewendet werden, wird kein Abbild der Wirklichkeit erstellt, sondern eine Konstruktion der Wirklichkeit. Die Methoden der Forscher zwingen einer Welt, die von sich aus keine Ordnung zu erkennen gibt, eine Ordnung auf, die immer auch anders ausfallen kann.“Google Scholar
  2. 52.
    Lamnek (1995: 4f.) bezeichnet die Fallstudienmethode als einen „approach“ bzw. Forschungsansatz, der die theoretischen Vorgaben der qualitativen Methodologie in praktische Handlungsanweisungen umsetzt, ohne selbst Erhebungstechnik zu sein. Vielmehr können in einer Fallstudie verschiedene konkrete Erhebungstechniken wie qualitative Interviews oder teilnehmende Beobachtung eingesetzt werden.Google Scholar
  3. 53.
    Dieser Eindruck der Beliebigkeit von Befunden wird auch gefördert durch Aussagen qualitativer Forscher, wie etwa die folgende von Denzin/Lincoln (1994: 14f.): „Qualitative research is endlessly creative and interpretive. The researcher does not just leave the field with mountains of empirical materials and then easily write up his or her findings. Qualitative interpretations are constructed.“Google Scholar
  4. 54.
    Dabei müssen neben der Einhaltung wahrscheinlichkeitstheoretischer Kriterien auch die anderen Gütekriterien quantitativer Forschung erfüllt sein: Objektivität (Unabhängigkeit vom Forscher), Validität (Erkenntnisse gelten auch unabhängig vom individuellen Fall) und intersubjektive Nachprüfbarkeit (vgl. Lamnek 1995A: 187).Google Scholar
  5. 55.
    Yin (1989: 38) definiert die Methode der „analytic generalization“ wie folgt: „[A] previously developed theory is used as a template with which to compare the empirical results of the case study. If two or more cases are shown to support the same theory, replication may be claimed. The empirical results may be considered yet more potent if two or more cases support the same theory but do not support an equally plausible, rival theory.“Google Scholar
  6. 56.
    Vgl. für eine detaillierte Übersicht zu den Partnerschaften die entsprechenden Internet-Seiten von SAP: url:http://www.sap.com/partners (Stand August 2002).Google Scholar
  7. 57.
    Als Transkriptionstechnik wurde die wörtliche Transkription mit Übertragung in normales Schriftdeutsch bzw.-englisch gewählt. Bei den in dieser Arbeit angeführten Zitaten wurde zur Erleichterung des Leseflusses in einigen Fällen der Dialekt bereinigt, grobe Satzbaufehler behoben und der Stil geglättet (bspw. Entfernung von „äns“ oder „mhms“). Diese Transkriptionstechnik „kommt dann in Frage, wenn die inhaltlichthematische Ebene im Vordergrund steht“, weil der oder die Befragte als Experte befragt wurde (Mayring 1993:65).Google Scholar
  8. 58.
    Forscher wie Jick (1979) oder Yin (1989) plädieren darüber hinaus für einen „Mix von qualitativen und quantitativen Methoden“.Google Scholar
  9. 59.
    „The hindsight bias is the tendency for people with outcome knowledge to believe falsely that they would have predicted the reported outcome of an event.“ (Hawkins/Hastie 1990: 311)Google Scholar
  10. 60.
    Miles (1979: 590) sieht diese Problematik ganz allgemein bei qualitativen Daten nicht als besonders heikel an: „Qualitative data (…) suffer minimally from retrospective distortion“.Google Scholar
  11. 61.
    Der Leitfaden wurde auch auf Englisch übersetzt und in drei Interviews mit anglophonen Interviewpartnern eingesetzt. Von einer Einstellung in den Anhang wurde jedoch abgesehen, da die englische Version eins zu eins übersetzt wurde und somit keine zusätzlichen Informationen inhaltlicher Art enthält.Google Scholar
  12. 62.
    Die Verbindung von „Schlussfolgerungen“ zur „Datensammlung“ in der Abbildung bedeutet im vorliegenden Fall, dass in wenigen Fällen nach Abschluss der Interviews noch telefonische Nachfragen bzw. Nachfassinterviews erfolgten.Google Scholar
  13. 63.
    Auch Yin (1989: 56) empfiehlt für Mehrfallstudien diese Vorgehensweise, d.h. der fallübergreifenden Analyse („cross-case analysis“) die fallspezifischen Analysen („single-case analysis“) voranzustellen.Google Scholar
  14. 64.
    Miles/Huberman (1994: 11) illustrieren die Bedeutung der Datendarstellung mit folgendem Bonmot: „You know what you display.“Google Scholar
  15. 65.
    Das PC-Programm ATLAS.ti, ursprünglich von der interdisziplinären Arbeitsgruppe „Archiv für Technik, Lebenswelt und Alltagssprache“ an der TU Berlin entwickelt, wird im dazugehörigen Handbuch als „workbench for the qualitative analysis“ beschrieben. Das noch von Miles (1979: 590) beklagte Problem nicht ausgereifter Instrumente bei der Analyse qualitativer Daten ist inzwischen weitgehend behoben. EDV-Programme zur Analyse qualitativer Daten wie ATLAS.ti und NUDIST werden von qualitativ Forschenden inzwischen mit der gleichen Selbstverständlichkeit verwendet wie SPSS, SAS oder STATA von quantitativen Wissenschaftlern (vgl. Miles/Weitzman 1994: 311ff).Google Scholar
  16. 66.
    Wenn die Fragen des Autors an die Interviewpartner zitiert werden, so sind diese mit den Anfangsinitialen RG eingeleitet.Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Roman Grunwald

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