Zusammenfassung
„Marokko ist, sobald man über seine absolutistische Selbstdarstellung hinaussieht, heute und seit eh und je weniger ein einpoliger Despotismus als ein unregelmäßiges Feld von Mikro-Staatswesen, klein, kleiner und noch kleiner, das sich über die Mik-romilieus — Gebirge, Steppen, Hochebenen, Küstenstriche, Wüsten, Oasen, Vorgebirge und Schwemmlandebenen — der zerklüfteten ländlichen Gebiete erstreckt und in seine engsten und intimsten sozialen Winkel reicht: Familien, Nachbarschaften, Märkte, Stämme. Den Dingen liegen unmittelbare, persönliche, ausgehandelte Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Leuten, die sich kennen, etwas, das man manchmal als Patronage, manchmal als Klientelsystem bezeichnet und das die Marokkaner sedq nennen (ein Wort, das gleichzeitig „Loyalität“, „Vertrauenswürdigkeit“, „Freundschaft“ und „Wahrheit“bedeutet)“1
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Literatur
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