Option China? pp 125-143 | Cite as

Kulturelle Vorbedingungen für das Interkulturelle Management in China: Dissonanzen und Komplementaritäten zwischen chinesischen und westlichen Managementstilen

  • Christiane Gebhardt
Part of the DUV Wirtschaftswissenschaft book series (DUVWW)

Zusammenfassung

Wer verspürte nicht einen gewissen Schauder angesichts der Dimension Asiens und der Wucht der unwahrscheinlichen Wachstumsdynamik dieser Länder? Nicht von ungefähr werden sie Tiger und Drachen genannt. Der Finanzplatz Hongkong ist ein Synonym für die Schnelligkeit des Geschäftslebens und für extreme Gewinnmargen, aber auch für Skrupellosigkeit hinsichtlich der Marginalisierung Minderprivilegierter oder für dramatische Umweltbelastungen. Profit hat Priorität, und das materielle Wohlbefinden wird überdeutlich zur Schau gestellt. Was Gesichtsverlust wirklich bedeutet und welche Rolle Aberglaube und Feng-Shui-Berater70 im Leben des Durchschnittschinesen spielen, ist für uns nicht rational nachzuvollziehen. Ebensowenig sind die kunstvollen Regeln der Korruption, der Umgang mit der erstickenden Bürokratie oder die Bedeutung des Individuums und seiner Rechte in dieser Gesellschaft zu verstehen. Konfuzianische Gesinnungsethik, kapitalistische Erwerbslogik und taoistischer Weltbegriff leben in friedlicher Koexistenz, und die chinesischen Geschäftspartner und -kollegen verwirren uns durch ihren Fleiß und Anpassungswillen (oder sollte man besser „Flexibilität“ sagen?) ebenso wie durch unerwartete Gelassenheit und Fatalismus sowie ihren plötzlichen moralischen Dünkel. Die chinesische Mentalität scheint uns ebenso verschlossen zu bleiben wie lange Zeit das gesamte Reich der Mitte von der Außenwelt.71 Die mangelnde Information führte in der Folge dazu, daß Mythos und Klischee noch heute unser Bild von China prägen. Der Soziologie Edward W. Said bemerkte über die Beziehung des Westens und des Osten einst sehr zutreffend, daß der letztere fast gänzlich eine europäische Erfindung sei.72

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Literatur

  1. 72.
    Said(1978). Said beschreibt allerdings die Beziehung zwischen dem Nahen Osten und Europa.Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Christiane Gebhardt

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