Rechte Netzwerke — eine Gefahr pp 79-94 | Cite as
Das Doppelspiel der Jungen Freiheit am Beispiel der Hohmann-Affäre
Chapter
Zusammenfassung
Die Junge Freiheit1 bewegt sich im Grenzraum des Verfassungsbogens. Sie präsentiert sich als journalistisches Flagschiff einer „konstitutionellen Rechten in Deutschland“,2 wie es einer ihrer Vordenker, Karlheinz Weißmann, genannt hat, und ist um ein demokratisches Outfit bemüht: „Die Rechte wird (…) demokratisch sein, oder sie wird nicht sein“.3 Die Positionen, die man besetzen will, stehen für eine anscheinend moderate Mischung von wert- und nationalkonservativen sowie neoliberalen Elementen:
Der ideologische Horizont der Jungen Freiheit ist jedoch weiter gesteckt and nit Bezug auf die so genannte Konservative Revolution der zwanziger Jahre, die sich weitgehend gegen die Demokratisierung, des politischen and gesellschaftlichen Lebens aussprach and darüber hinaus ideologische Vorarbeiten für den Faschismus leistete. Die Kritik der Jungen Freiheit an den gegenwärtigen Verhältnissen greift per dann, wenn es ums, Grundsätzliche geht, auf das Argumentationsarsenal dieser Konservativen Revolution zurück.„Identitätspolitik, Ablehnung eines europäischen Bundesstaates, Beschneidung der Sozialgesetzgebung, Stärkung der inneren Sicherheit, Durchsetzung des Subsidiaritätsprinzips and ein pädagogisches roll-back“.
Preview
Unable to display preview. Download preview PDF.
Literatur
- Bubik, Roland (Hrsg.): Wir ‘89er. Wer wir sind und was wir wollen. Frankfurt/M. — Berlin: Ullstein, 1995Google Scholar
- Dietzsch, Martin/Jäger, Siegfried/Kellershohn, Helmut/Schobert, Alfred: Nation statt Demokratie. Sein und Design der „Jungen Freiheit“. Duisburg: Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, 2003Google Scholar
- Feder, Gottfried: Das Programm der N.S.D.A.P. und seine weltanschaulichen Grundlagen. München: Verlag Frz. EherNachf., 1932Google Scholar
- Gessenharter, Wolfgang/Fröchling, Helmut (Hrsg.): Rechtsextremismus und Neue Rechte in Deutschland. Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes? Opladen: Leske + Budrich, 1998Google Scholar
- Gramke, Thomas/Wagner, Bernd (Hrsg.): Handbuch Rechtsradikalismus. Personen-Organisationen-Netzwerke vom Neonazismus bis in die Mitte der Gesellschaft. Opladen: Leske + Budrich, 2002Google Scholar
- Hitler, Adolf: Mein Kampf. 641.-645. Auflage, München: Verlag Frz. Eher Nachf., 1941Google Scholar
- Institut für Staatspolitik: Die „Neue Rechte“. Sinn und Grenzen eines Begriffs (Wissenschaftliche Reihe — Heft 5). Schnellroda, 2003Google Scholar
- Junge, Barbara/Naumann, Julia/Stark, Holger: Rechtsschreiber. Wie ein Netzwerk in Medien und Politik an der Restauration des Nationalen arbeitet. Berlin: Elefanten Press, 1997Google Scholar
- Kellershohn, Helmut (Hrsg.): Das Plagiat. Der Völkische Nationalismus der Jungen Freiheit. Duisburg: Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, 1994Google Scholar
- Rensmann, Lars: Kritische Theorie über den Antisemitismus. Studien zu Struktur, Erklärungspotential und Aktualität (Edition Philosophie und Sozialwissenschaften 42 ). Berlin: Argument Verlag, 1998Google Scholar
- Rogalla von Bieberstein, Johannes: Jüdischer Bolschewismus. Mythos und Realität. Schnellroda: Edition Antaios, 22003Google Scholar
- Ruoff, Alexander: Verbiegen Verdrängen Beschweigen. Die Nationalgeschichte der Jungen Freiheit4. Münster: Unrast-Verlag, Münster 2001Google Scholar
- Schobert, Alfred: Eliten-Antisemitismus in Nazi-Kontinuität. Martin Hohmanns Neuhofer Rede im Kontext. In: Archiv-Notizen, hrsg. vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, Dezember 2003Google Scholar
- Schäfer, Joachim (Hrsg.): Kurswechsel. Stimme der Mehrheit. München: Universitas, 1998 Weißmann, Karlheinz: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst. Zehn Thesen zur Zukunft einer konstitutionellen Rechten in Deutschland. In: Ders.: Alles, was recht(s) ist. Graz-Stuttgart: Leopold Stocker Verlag, 2000Google Scholar
- Wilhelm, Helmut: Dichter Denker Fememörder. Rechtsradikalismus und Antisemitismus in München von der Jahrhundertwende bis 1921. Berlin: Transit, 1989Google Scholar
Copyright information
© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004