Das Doppelspiel der Jungen Freiheit am Beispiel der Hohmann-Affäre

  • Helmut Kellershohn

Zusammenfassung

Die Junge Freiheit1 bewegt sich im Grenzraum des Verfassungsbogens. Sie präsentiert sich als journalistisches Flagschiff einer „konstitutionellen Rechten in Deutschland“,2 wie es einer ihrer Vordenker, Karlheinz Weißmann, genannt hat, und ist um ein demokratisches Outfit bemüht: „Die Rechte wird (…) demokratisch sein, oder sie wird nicht sein“.3 Die Positionen, die man besetzen will, stehen für eine anscheinend moderate Mischung von wert- und nationalkonservativen sowie neoliberalen Elementen:

„Identitätspolitik, Ablehnung eines europäischen Bundesstaates, Beschneidung der Sozialgesetzgebung, Stärkung der inneren Sicherheit, Durchsetzung des Subsidiaritätsprinzips and ein pädagogisches roll-back“.

Der ideologische Horizont der Jungen Freiheit ist jedoch weiter gesteckt and nit Bezug auf die so genannte Konservative Revolution der zwanziger Jahre, die sich weitgehend gegen die Demokratisierung, des politischen and gesellschaftlichen Lebens aussprach and darüber hinaus ideologische Vorarbeiten für den Faschismus leistete. Die Kritik der Jungen Freiheit an den gegenwärtigen Verhältnissen greift per dann, wenn es ums, Grundsätzliche geht, auf das Argumentationsarsenal dieser Konservativen Revolution zurück.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Helmut Kellershohn

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