Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit pp 267-281 | Cite as
Ohne Menschenrechte kein Frieden — das Beispiel Kolumbien
Zusammenfassung
Kolumbien ist ein Land mit vielen Reichtümern, die aber nur einer Minderheit zur Verfügung stehen. Um die Kontrolle dieses Potentials wird seit fast vier Jahrzehnten Krieg geführt. Die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Machtkonstellationen, die jahrzehntelang eine extreme Konzentration der Güter in den Händen einer Minderheit sicherten, müssen sich den wachsenden Ansprüchen der Armen nach Gerechtigkeit und Mitbestimmung öffnen. Dieser Prozeß verläuft sehr konfliktreich. Die ungerechte Landverteilung und die politische Intoleranz mit sozialem Ausschluß der Bevölkerungsmehrheit sind in Kolumbien zentrale Ursachen für die Kriegssituation und die schweren Menschenrechtsverletzungen. Eine besonders bedrohte Gruppe sind die Afrokolumbianerinnen und Afrokolumbianer sowie indianischen Minderheiten. Der „Bürgerkrieg“ ist de facto ein Krieg gegen die schwächsten Glieder der Gesellschaft, ohne daß diese Schutz zu erwarten hätten und ihre Mörder zur Rechenschaft gezogen würden. Die kolumbianischen Behörden unterlassen Hilfeleistungen, obwohl sie informiert sind. Sie nehmen die Verletzung der Menschenrechte als Teil oder Folge des internen Krieges in Kauf, so als wäre diese Frage mit einem Friedensschluß — so wichtig es ist, auf einen Frieden hinzuarbeiten — automatisch erledigt.
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