Normative Integration und Professionalisierung: Talcott Parsons

  • Manfred Stock

Zusammenfassung

Das gesellschaftstheoretische Angebot, das Parsons unterbreitete, so drängt sich ein erster Eindruck auf, ist aus der Mode gekommen. Im Gegensatz zu den 50er und 60er Jahren argumentiert heute kaum noch jemand unter expliziter Bezugnahme auf Parsons. In den USA scheint seine Theorie allein fortzuleben in der von Jeffrey Alexander revidierten Form des Neofunktionalismus1 und in Deutschland in den Arbeiten von Richard Münch, die in enger Anlehnung an Parsons die institutionellen Strukturen moderner Gesellschaften in vergleichender Perspektive untersuchen.2 Die gesellschaftstheoretischen Entwürfe von Niklas Luhmann und von Jürgen Habermas beziehen sich ebenfalls auf ihn. Luhmanns Systemtheorie bewegt sich dabei aber jenseits der ordnungstheoretischen Vorstellungen Parsons, die eine normative Basis gesellschaftlich geteilter Werte unterstellen. Für Habermas dient die Auseinandersetzung mit Parsons der theoriegeschichtlichen Versicherung seiner eigenen Position. Vor dem Hintergrund einer Theorie, die das kommunikative Handeln in den Mittelpunkt stellt, sollen unter Bezugnahme auf Parsons theoretische Engpässe vorgeführt werden, die entstünden, wenn man dem „Verständigungsmechanismus“3 und der Differenz von System und Lebenswelt keine Beachtung schenke.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2005

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  • Manfred Stock

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