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Zusammenfassung: Die Merkmale des Idealtypus Volkspartei

  • Bernd Hofmann

Zusammenfassung

In Anbetracht der Diffusion und Selektivität der Kriterien in der alltäglichen und politischen Verwendung des Begriffs Volkspartei, hier als existential types bezeichnet, zeigt die Analyse der wissenschaftlich-empirischen Anwendung doch ein erhebliches Maß an Kongruenz der zur Typuskonstruktion herangezogenen Merkmale und Merkmalsausprägungen. Da der Typus der Volkspartei als Idealtypus konstruiert wird, kann hier aber keine simple Aneinanderreihung der Konstruktionsmerkmale, wie sie bei den einzelnen Autoren Anwendung finden, vorgenommen werden. Vielmehr muss eine logisch begründete Auswahl stattfinden, die dem Kriterium der Widerspruchsfreiheit folgt, das für idealtypische Konstruktionen konstitutiv ist (Weber 1988: 200). Damit dieser Idealtypus als Entwicklungsperspektive der Parteien in der Parteienforschung Verwendung finden kann, wird er weitestgehend in der Form eines reinen oder Extremtypus gebildet. Es muss hier nochmals deutlich darauf hingewiesen werden, dass dieser Endpunkt von den Parteien empirisch nicht erreicht ist und niemals erreicht werden wird. Der Nutzen dieses idealtypisch konstruierten Parteitypus liegt nicht in der konkreten Beschreibung von aktuellen Parteien, sondern in der Verdeutlichung ihrer Entwicklungsrichtung. Dabei soll die grundlegende Ausgangsbasis die erstmalige Konstruktion bei Kirchheimer sein, jedoch mit den notwendigen Abwandlungen und Weiterentwicklungen, die durch die empirische Verwendung des Volksparteiansatzes deutlich wurden.127

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Literatur

  1. 128.
    Die Quantitäten der einzelnen Einnahmeart werden bei den realen Parteien auch durch die jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen reglementiert. So existiert nach deutschem Parteiengesetz eine „relative Obergrenze“für die direkte staatliche Parteienfinanzierung: „Sie darf die Summe der selbst erwirtschafteten Einnahmen einer Partei nicht übersteigen“(Niclauß 1998: 96). Sofern allerdings alle staatlichen Zuwendungen an Parteiorgane, Stiftungen usw. zusammengerechnet werden, bilden diese im Vergleich zu Beitragen und Spenden etwa zwei Drittel der Parteieneinnahmen (ebd.: 95).Google Scholar
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    Die Abhängigkeit eines solchen absolut formulierten Schwellenwertes von der Fragmentierung des Parteiensystems verdeutlichte das Ergebnis der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 21.10.2001, als fünf Parteien ins Parlament einzogen und keine der Parteien 30% Stimmenanteil erreichte.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Bernd Hofmann

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