Gender methodologisch pp 283-291 | Cite as
Zwischen Differenz und Dekonstruktion — Methodische Überlegungen zur Überschreitung des bipolaren Geschlechterdualismus in der Genderforschung nach einem Verfahren von Hagemann-White
Zusammenfassung
Geschlechterdifferenz, die gesellschaftliche Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit, ihre Komplementarität und Asymmetrie, durchdringt und bestimmt die individuelle Ebene von Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Handeln, die sozialen Erfahrungen und Strukturen und die Symbolik unserer Kultur. Die Sozialisationsforschung weist diese intensive Prägung in vielfältigen Aspekten nach. So sind beispielsweise sowohl die Aggressionsfähigkeit als Bereitschaft zur Selbstbehauptung, als auch das (Er-)Leben von Sexualität mit Aspekten der Geschlechtsidentität zentral verknüpft: mit Selbstbildern, Idealen und moralischen Einstellungen, die das Handeln bestimmen (vgl. Hagemann-White 1984). Ist es unter diesen Voraussetzungen überhaupt möglich, in der Forschung diesen bipolaren Geschlechterdualismus zu hinterfragen, d.h. Geschlecht auf seine binäre Struktur hin zu untersuchen?
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