Die Thematisierung von Geschlechtszugehörigkeit in schulischen Interaktionen — eine Analyse von ethnografischen Beobachtungen

  • Damaris Güting

Zusammenfassung

Betrachtet man Geschlecht konsequent als soziale Konstruktion, die in gesellschaftlichem Handeln hergestellt wird, liegt der Fokus einer empirischen Analyse auf den Aktivitäten der Personen im Feld (vgl. Emerson/Fretz/Shaw 1995, vgl. auch Gildemeister 2000). Um Geschlechterkonstruktionen im schulischen Alltag zu untersuchen, bietet sich als methodischer Zugang die auf längerfristigen Feldaufenthalten basierende Ethnografie an. Auf der Grundlage von ethnografischen Beobachtungsprotokollen werden im folgenden schulische Interaktionen in der Sekundarstufe I zwischen Schülern, Schülerinnen und Lehrpersonen analysiert. Deutlich wird dabei, dass mittels der Thematisierung von Geschlechtszugehörigkeit die Geschlechtsgeltung der Individuen in Frage gestellt werden kann.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Breidenstein, Georg/Kelle, Helga (1998): Geschlechteralltag in der Schulklasse. Ethnographische Studien zur Gleichaltrigenkultur. Weinheim: JuventaGoogle Scholar
  2. Emerson, Robert/Fretz, Rachel/Shaw, Linda (1995): Writing ethnographic fieldnotes. Chicago and London: The University of Chicago PressGoogle Scholar
  3. Faulstich-Wieland, Hannelore/Gast-von der Haar, Nicola/Güting, Damaris (2000): Soziale Konstruktion von Geschlecht in schulischen Interaktionen in der Sekundarstufe I — Werkstattbericht aus einem Forschungsprojekt. In: Lemmermöhle, Doris/Fischer, Dietlind/Klika, Dorle/Schlüter, Anne (Hrsg.): Lesarten des Geschlechts. Zur De-Konstruktionsdebatte in der erziehungswissenschaftlichen Geschlechterforschung. Opladen: Leske+Budrich. 173–188Google Scholar
  4. Faulstich-Wieland, Hannelore/Weber, Martina/Willems, Katharina (2004): Doing Gender im heutigen Schulalltag. Weinheim: JuventaGoogle Scholar
  5. Gildemeister, Regine (2000): Geschlechterforschung (gender studies). In: Flick, Uwe/von Kardorff, Ernst/Steinke, Ines (Hrsg.): Qualitative Forschung. Ein Handbuch. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt. 213–223Google Scholar
  6. Goffman, Erving (1994): Interaktion und Geschlecht. Frankfurt/M.: Campus (Original 1982)Google Scholar
  7. Güting, Damaris (2004): Soziale Konstruktion von Geschlecht im Unterricht. Ethnographische Analysen alltäglicher Inszenierungspraktiken. Bad Heilbrunn: KlinkhardtGoogle Scholar
  8. Hirschauer, Stefan (1993a): Die soziale Konstruktion der Transsexualität. Über die Medizin und den Geschlechtswechsel. Frankfurt/M.: SuhrkampGoogle Scholar
  9. Hirschauer, Stefan (1993b): Dekonstruktion und Rekonstruktion. In: Feministische Studien. Jg. 11, Heft 2. 55–67Google Scholar
  10. Hirschauer, Stefan (1994): Die soziale Fortpflanzung der Zweigeschlechtlichkeit. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Jg. 46, Heft 4. 668–692Google Scholar
  11. Kampshoff, Marita (1992): „Wenn ich ein Junge wär, wär ich gern ein Junge und so bin ich gerne ein Mädchen#: empirische Untersuchung zur Geschlechtsidentität in den Selbstaussagen von Schülerinnen und Schülern. Schriftenreihe Beiträge zur Frauenforschung: Dortmunder Examensarbeiten. Heft 7. Hochschuldidaktisches Zentrum der Univ. DortmundGoogle Scholar
  12. Thorne, Barrie (1993): Gender Play (Girls and Boys in School). New Brunswick and New Jersey: Rutgers University PressGoogle Scholar
  13. West, Candace/Zimmerman, Don H. (1987): Doing Gender. In: Gender & Society. 1/1987. 125–151.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Damaris Güting

There are no affiliations available

Personalised recommendations