Außenbeziehungen: Selbstbild/Fremdbild

  • Karl-Rudolf Korte

Zusammenfassung

Die aktiv-gestaltende Anpassung an die Hauptlinien der internationalen Politik charakterisiert die deutsche Außenpolitik seit 1949. Nur die solidarische Einbindung der Deutschen in eine europäische Gemeinschaft konnte nach 1949 das Vertrauen gegenüber den Deutschen zurückgewinnen. Wirtschaftliche Prosperität, Sicherung des Friedens, internationale Achtung und Anerkennung, Einbindung der Deutschen und Verpflichtung der Partner auf das Ziel der Wiedervereinigung waren die zentralen Interessen der Bundesregierungen am europäischen Integrationsprozeß (→ Europa). Der Primat der verflochtenen Interessen definierte deutsche Interessen in engem Bezug auf die Interessen der wichtigsten Partner. Die Reziprozität der Perspektiven gehörte für die deutsche Außenpolitik zum zentralen Bestandteil. Indem sich die deutsche Außenpolitik bei jeder Aktion ihre eingehegte Position klarmachte und stets vorauseilend antizipierte, was als Konsequenzen aus dem eigenen Handeln erwuchs, fiel sie nicht weiter auf. Die Strategie der Selbsteinbindung ermöglichte die Kultur der Zurückhaltung. Die alliierten Vorbehaltsrechte förderten zudem dieses Fremdbild-Regime. Die breite Akzeptanz der eingeschränkten Souveränität innerhalb der Bevölkerung war ein Aktivposten der pK und häufig eine kostengünstige Variante nationaler Interessenpolitik. Auch das wiedervereinigte Deutschland ist trotz veränderter Rahmenbedingungen auf die Kontinuität der Außenbeziehungen (A.) in einem penetrierten System festgelegt.

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Literatur

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Karl-Rudolf Korte

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