Entwicklung und Einsatz von Groupware aus der Perspektive sozial- und organisationspsychologischer Modelle zur Gruppeneffektivität

  • Siegfried Stumpf
Part of the Berichte des German Chapter of the ACM book series (BGCACM, volume 51)

Zusammenfassung

Das Anliegen dieser Arbeit besteht darin, computergestützte Gruppenarbeit aus der Perspektive sozial- und organisationspsychologischer Erkenntnisse zu betrachten. Hierzu wird auf traditionelle und neue sozial- und organisationspsychologische Modelle zur Gruppeneffektivität zurückgegriffen. Diese Modelle werden beschrieben und es werden Konsequenzen für die praktische Gestaltung sowie die Erforschung computergestützter Gruppenarbeit abgeleitet. Im einzelnen werden das Gruppeneffektivitätsmodell nach I. D. Steiner, Input-Prozeß-Output-Modelle der Gruppeneffektivität sowie der Reflexivitätsansatz nach M. A. West betrachtet. I. D. Steiners Ansatz stammt aus den siebziger Jahren und zielt auf eine Integration der damals vorliegenden sozialpsychologischen Forschungsbefunde ab. Zentrales Element dieses Ansatzes ist die Gruppeneffektivitätsformel, nach der sich die aktuelle Produktivität einer Gruppe aus der potentiellen Produktivität der Gruppe abzüglich der aus Motivations- und Koordinationseinbußen resultierenden Prozeßverluste ergibt. Wie zahlreiche Untersuchungen zeigen, sind diese Prozeßverluste leider eher die Regel als die Ausnahme. Eine nähere Analyse zeigt, daß computergestützte Gruppenarbeit Prozeßverluste bei der Ideengenerierung reduzieren kann, womit aber Prozeßverluste bei der Ideenbewertung noch keinesfalls ausgeschlossen sind. Aus den vorgestellten Input-Prozeß-Output-Modellen wird deutlich, daß die Gruppeneffektivität von einer Vielzahl von Variablen abhängt, die sich in Individual-, Gruppen-, Aufgaben- und Umfeldfaktoren unterteilen lassen.

Copyright information

© Stuttgart: B. G. Teubner 1998

Authors and Affiliations

  • Siegfried Stumpf
    • 1
  1. 1.Institut für PsychologieUniversität RegensburgDeutschland

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