Dyspareunie

  • Christina Raviola

Zusammenfassung

Algopareunie; schmerzhafter Geschlechtsverkehr (nach DSM-IV: 302.76; ICD-10: F52.6). Tritt bei der Frau häufiger als beim Mann vor, bei oder nach dem Koitus auf (Kockott, 1996: 296) Die Schmerzen (spastische Muskelverkrampfungen) werden am Introitus vaginae oder im hinterem Scheidengewölbe empfunden. Selten finden sich organische Ursachen (orale Kontrazeptiva, Entzündungen, Narben, Menopause etc.). Psychogene Dyspareunie: funktionelle Sexualstörung während der Erregungsphase. Aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Sicht lösen u. a. Prozesse des klassischen, operanten und des kognitiven Lernens sowie der Angst die Entwicklung und Aufrechterhaltung sexueller Störungen (→ Funktionsstörungen, sexuelle) aus. Primär organische Schmerzen beim Koitus können eine Erwartungsangst auslösen, die zu innerlicher Abwehrhaltung und Verkrampfung führt, obwohl die körperlichen Ursachen beseitigt sind.

Literatur

  1. Kockott G (1988) Männliche Sexualität: Funktionsstörungen erkennen — beraten — behandeln. Stuttgart, Hippokrates [bes. S 89]Google Scholar
  2. Kockott G (1996) Sexuelle Störungen. In: Margraf J (Hg), Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Bd. 2: Störungen — Glossar. Berlin, Springer, S 295–312Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag/Wien 2000

Authors and Affiliations

  • Christina Raviola

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