Zusammenfassung
Übernimmt ein Patient im → Psychodrama eine → Rolle, um zu erfahren, wie es ist, in dieser Rolle zu sein, dann ist das als Rollenspiel zu bezeichnen. Das Rollenspiel dient zum Erlernen und zur Übung vorgegebener Rollen; neues Verhalten wird dabei erprobt. Im → Rollentausch kann auch die Wirkung auf den → Antagonisten überprüft werden. Fiktive und unerwartete Szenen werden im Spontaneitäts- oder Situationstest gespielt. Bei Psychotikern ist es ratsam, mehr als sonst im Psychodrama mit Rollenspiel zu arbeiten, wobei die Realitätsebene stärker zum Zug kommt (→ Psychosenpsychotherapie). Im Bereich der Psychosomatik ist es hilfreich, daβ im Rollenspiel der Körper direkt beteiligt ist. Der Weg der Behandlung führt über die spielerische Darstellung psychosomatischer Rollen (Organe, Körperteile etc.).
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