Zusammenfassung
Ist sowohl ein normaler psychischer Vorgang als auch ein komplexer → Abwehrmechanismus. Er spielt eine bedeutende Rolle in der traditionellen → Psychoanalyse und hat, gemeinsam mit der → Introjektion, grundlegende entwicklungsmäßige und patho-genetische Bedeutung in der Kleinianischen Psychoanalyse. Freud definierte die normale oder adaptive Verwendung der Projektion, etwa in der Entstehung der Mythologie, des Aberglaubens und verschiedener Formen primitiver Religionen (z. B. Animismus), als Verlegung unbewußter Wünsche, Bedürfnisse und → Fantasien in die Außenwelt. Er definierte die Verwendung der Projektion zum Zweck der → Abwehr — die dann auch pathogen wirkt — als Externalisierung (Verlagerung nach außen) von triebbestimmten, konflikthaften Wünschen, Bedürfnissen und Fantasien, die jemand in sich selbst nicht tolerieren kann, wie etwa in der Phobie, der wahnhaften Eifersucht, im Verfolgungswahn und anderen Formen.
Literatur
- Elson M [1987] (1993) Auf der Suche nach dem Selbst. Kohuts Seminare zur Selbstpsychologie und Psychotherapie. München, PfeifferGoogle Scholar
- Kohut H [1971] (1976) Eine Theorie der psychoanalytischen Behandlung narzißtischer Persönlichkeitsstörungen.Frankfurt/M., SuhrkampGoogle Scholar