Riess Wood3 Modulare Holzbausysteme pp 126-139 | Cite as
Perspektiven einer Wiener Wohntradition
Auszug
Wenn sich die Stadt Wien auf ihre Siedlerbewegung nach dem Ersten Weltkrieg besinnt und ein Programm für das 21. Jh. daraus begründet, dann stehen sowohl parallele als auch neue Motive städtischen Wohnens zur Diskussion. Unter dem Motto „Neue Siedlerbewegung“ waren Grundstücke in einem Wettbe- werb für Bauträger und Architekten ausgewiesen, der das Wohnen in der Stadt und gleichzeitig im Grünen thematisierte. Galt es nach 1918 das in Wien betriebene wilde Siedeln, das aus blanker Armut entstanden war, in eine menschenwürdige Bebauung zu überführen, so steht das wilde Siedeln von heute eher unter dem Stern der baupreisbedingten Stadtflucht von Bauwilligen ins Umland. Die Stadt Wien hat das Interesse, den Schwund jener Wiener zu zügeln, die jenseits der Stadtgrenzen wohnen, aber die komplette Infrastruktur der City nutzen. Die Menschen in der Stadt zu halten und ihnen das zu bieten, was sie im Grünen suchen, hat sich dieser Wettbewerb zur „Neuen Siedlerbewegung“ zum Ziel gesetzt. In der Aufgabenstellung sind weitere Charakteristika der Ur-Siedlerbewegung nachvollziehbar. Der Gedanke des gemeinsamen Wohnens soll dabei ohne zwingende genossenschaftliche Struktur dennoch in der Siedlungstypologie und der Architektur begründet sein.
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