Christian Goldbach 1690–1764 pp 99-108 | Cite as
Das Werden des Mathematikers
Zusammenfassung
Im ersten Kapitel wurde schon über den Beginn von Goldbachs Beschäftigung mit Mathematik gesprochen. Wir wissen nicht, wie die elementare mathematische Ausbildung Goldbachs war und wer seine ersten Lehrer waren. Jedenfalls diskutierte er schon als 18-Jähriger, als er noch Student der Jurisprudenz an der Königsberger Universität war, im Briefwechsel mit D.A. Teuerlein und M.G. Hansch einzelne Fragen der Zahlentheorie, die Aufgaben der Kreisquadratur und der Verdopplung des Würfels, die Lösung kubischer Gleichungen und die Eigenschaften von Kegelschnitten. Das heißt nicht, daß er damals eine gute mathematische Vorbildung besaß, aber im weiteren vervollständigte er nach und nach seine Kenntnisse. Allerdings hinderte ihn vieles an regelmäßigen Studien: lange und weite Reisen, die fast ohne Unterbrechung bis zum Alter von 35 Jahren andauerten sowie die ungewöhnliche Breite seiner Interessen. Hinzu kam eine sich mit den Jahren verstärkende Manier, die wissenschaftlichen Arbeiten, auf die er in den verschiedenen Städten und Bibliotheken stieß, nicht zu studieren und nicht einmal ordentlich zu lesen, sondern sie nur zu überfliegen, nicht selten recht oberflächlich. Vieles erfaßte Goldbach dabei im Vorübergehen, aber manches ließ er auch außer acht. Vieles entnahm er aus Gesprächen oder aus dem Briefwechsel mit zahlreichen bekannten Gelehrten.
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