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Agricolas metrologische Arbeiten in der Geschichte des ökonomischen Denkens

  • Roland Ladwig

Zusammenfassung

Die moderne Volkswirtschaftslehre hat neben den ökonomischen zugleich historische und philosophische Wurzeln. Praktiker und Theoretiker haben zum heutigen Wissens- und Erfahrungsschatz in den einzelnen Entwicklungsphasen in unterschiedlichem Maße beigetragen. Die Reflexionen und Erkenntnisse waren Ausdruck der gesellschaftlichen Umwälzung. Die wirtschaftlichen Bedürfnisse und die Möglichkeiten zu ihrer Befriedigung entwickelten sich temporär und lokal nicht gleichförmig. Damit waren die Voraussetzungen für ökonomische Fragestellungen, die Formulierung von Hypothesen, ihre Verifikation oder die weitere Suche nach Antworten nicht zu allen Zeiten gleichermaßen gegeben. Auch das Interesse an praktikablen Anleitungen zum wirtschaftlichen Handeln bzw. der Beschreibung oder ideologischen Rechtfertigung der Prozesse war unterschiedlich ausgeprägt. Hier soll nicht auf die Diskussion zum Erkenntnisfortschritt1 oder die Frage, ob Denker vergangener Zeiten Vorläufer oder Vorbilder2 der heutigen Volkswirtschaftslehre sind, eingegangen werden. Es geht um die Leistung des Renaissance-Humanisten Georgius Agricola auf dem Gebiet der Metrologie und Ökonomie. Seine Arbeiten über Maße und Gewichte und die ökonomischen Aussagen waren von den Dogmenhistorikern meist unbeachtet geblieben.3 Wurde auf Agricola verwiesen, dann meist auf die technologischen Fragen in Verbindung mit dem Bergbau und der Edelmetallgewinnung.4

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Anmerkungen

  1. 1.
    Helmstädter, E.: Die Geschichte der Nationalökonomie als Geschichte ihres Fortschritts. In: Geschichte der Nationalökonomie. Hrsg. von O. Issing, München: Vahlen, 1988.Google Scholar
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Copyright information

© Birkhäuser Verlag 1994

Authors and Affiliations

  • Roland Ladwig
    • 1
  1. 1.FreibergDeutschland

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