Zusammenfassung
Jedermann glaubt, daß alles Wissen und Denken etwas mit dem Gehirn zu tun hat, doch viele Denker beachten diese Tatsache kaum: Das Wort «Gehirn» taucht im Index von Gilbert Ryles Der Begriff des Geistes (1969) nicht auf. Wenn Philosophen über das Denken nachdenken, gehen sie meist mit ihren eigenen Gedanken ins Gericht. Wenn Wissenschaftler über das Gehirn nachdenken, beziehen sie sich nicht auf ihre eigenen Gehirne, sondern auf Beobachtungen von Neurowissenschaftlern. Wir alle bleiben hinsichtlich der Beziehung zwischen diesen subjektiven und objektiven Denkweisen über uns selbst im unklaren. Daß diese beiden Ansätze so deutlich unterschieden werden, hat eine lange theologisch und kulturell begründete Geschichte. Viele Menschen behaupten immer noch, dsß es philosophische und theologische Probleme gibt, die ohne jeglichen Bezug auf das Gehirn diskutiert werden können und sollen: Manch einer meint sogar, daß die Unterscheidung eindeutig und wünschenswert ist. Ich glaube dagegen, daß wir, wenn wir die inzwischen verfügbare Information über Lebewesen und Gehirne berücksichtigen, leichter zu einer befriedigenderen Theorie der Erkenntnis und der Philosophie des Geistes gelangen werden, über die viele zweifelnde Laien, Philosophen und Wissenschaftler erleichtert sein dürften.
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